Nichts ist so spannend wie die Realität
Die Amtsgerichtsdirektorin Inge Bahlmann konnte zum diesjährigen Krimi-abend im Amtsgericht Auerbach ein Jubiläum verkünden; zum 5. Mal fand dieses jährliche Event im Rahmen der Krimitage Vogtland und des Projekts „Kunst & Justiz“ in diesen Tagen statt. Und der Zulauf wird immer größer. In diesem Jahr lockten der ehemalige Kriminaloberrat Klaus Dalski und der Verleger für historische Kriminalliteratur Michael Kirchschlager viele interessierte Bürgerinnen und Bürger in den großen Sitzungssaal des Amtsgerichts Auerbach. Die Veranstaltung war bereits seit Wochen ausgebucht.
Gleich zu Beginn des Abends stellten die beiden Referenten die Frage „Gibt es den geborenen Verbrecher?“. Nein, es gibt ihn nicht – aber es gibt Prägungen und psychologische Bedingungen, die (fast) jeden zu einem Verbrecher machen könnten. Aus dem langjährigen Erfahrungsschatz als Kriminalermittler schilderte sodann Klaus Dalski – im Gespräch mit seinem Verleger-Fälle aus seiner beruflichen Praxis, voller Spannung, Absurdität aber auch Witz und Skurrilität. Manches sprengte die Vorstellungskraft der Zuhörer, aber Klaus Dalski legte Wert darauf, dass er nichts hinzugefügt hat. Vielmehr gelang es ihm in wunderbarer Weise, den Ernst und die Ernsthaftigkeit der Ermittlungsarbeit genauso herauszustellen, wie manche psychischen Beson-derheiten im Tathergang mit Humor zu nehmen. Der Abend bewegte die Zuhörer, die den anschließenden traditionellen Sektempfang im Amtsgericht Auerbach gerne zu weiterführenden Dis-kussionen nutzen – und sich schon auf den 6. Krimiabend im Amtsgericht Auerbach im Jahr 2012 freuen.
Medieninfo Gericht 23.05.2011
Krimitage doppelt kulinarisch
Lesungen in Theuma und Unterwürschnitz
THEUMA/UNTERWÜRSCHNITZ - Essen und schaudern, das ist das Motto zweier Veranstaltungen der Krimitage Vogtland am Freitag und Samstag. Bei Küchen-Geipel in Theuma liest am Freitag, 19 Uhr die Journalistin und Buchautorin Nina George aus ihren Kurzkrimis. Dazu kredenzen Koch Frank Range und das Team des Küchen-Studios Kulinarisches. Karten für Lesung/Büfett gibt es bei Küchen-Geipel, Ruf (037463) 83546.
Am Samstag dreht sich alles um die Kartoffel. 13 Uhr startet am Oberen Bahnhof in Plauen eine Radtour (etwa 30 Kilometer) nach Teschendorf. Am Bürogebäude der Agrargenossenschaft Tirschendorf beginnt 15.30 Uhr eine Wanderung auf dem Vogtländischen Knollensteig nach Unterwürschnitz. Im Bürgerhaus Unterwürschnitz liest ab 17 Uhr Ella Theiss, die in ihrem Krimi über den Kartoffel-Anbau am Niederrhein eine Verbindung zum Vogtland entdeckt hat. Für die Veranstaltung hat sich Theiss mit Ulrich Wenzel vom Vogtländischen Knollenring, Kartoffel-Chronist Winfried Taubner aus Unterwürschnitz, dem Radkulturzentrum Vogtland und dem Förderverein Schloss Netzschkau zusammengetan. Karten gibt es in der Buchhandlung Am Markt Oelsnitz, Ruf 037421 23633, oder im Internet unter www.krimitage-vogtland.de
Freie Presse 17.05.2011
Nachfahre von Henkern erzählt
Gruselzeit am Samstag in Oelsnitz: Der Münchner Autor Oliver Pötzsch verriet, warum er ein Richtschwert im Keller hat.
OELSNITZ — Auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz war am Samstag kurz vor Mitternacht alles angerichtet für ein historisch-kriminelles Ereignis: Die Burg war Schauplatz der 13. Lesung der diesjährigen Krimitage Vogtland. Autor Oliver Pötzsch las in passendem Ambiente aus seiner bisher als Trilogie vorliegenden "Die Henkerstochter": Es flackerten Hexenfeuer und zeigten den Weg mit gespenstischem Licht, eine düstere Gestalt kauerte vor der Türe, im Innenhof des Schlosses baumelten zwei Bedauernswerte am Galgen.
Wegen der parallel ausgestrahlten Popmusik-Europameisterschaft und der nachtschlafenden Zeit war zu befürchten, dass sich vielleicht mal eben zwei Dutzend Besucher zum Schloss aufmachen. Aber weit gefehlt - es waren 80. Sie erlebten eine äußerst unterhaltsame Lesung. Das lag zum einen an der schriftstellerisch im Detail so noch nicht erschlossenen Thematik. Zum anderen, und das erwies sich als eigentlicher Knaller: Pötzsch ist Nachfahre einer der berühmtesten Henker-Dynastien Süddeutschlands. "14 meiner Altvorderen übten dieses Amt aus, als Letzter legte es mein Ur-Ur-Ur-Opa Max Kuisl im Jahre 1807 nieder. Trotz meines Stammbaumes habe ich ‚Die Henkerstochter‘ aber nicht wegen einer gewissen Erbschuld geschrieben und ich habe auch keine Folterwerkzeuge daheim im Keller." Dafür ein Henkersschwert, dass er auf einem Mittelaltermarkt erwarb. Als er dafür eine Quittung erwarb, staunte der Verkäufer nicht schlecht, weil er auf das "Warum?" diese Antwort bekam: "Aus beruflichen Gründen."
Pötzsch gelang es, die Besucher in seinen Bann zu ziehen – mit historisch belegten Texten, basierend auf Ahnenforschung eines Familienmitglieds, verknüpft mit Fabulierkunst und bildreicher Sprache. Er brach die Lanze für einen einstigen Berufsstand, der für mehr stand, als Menschen um einen Kopf kürzer zu machen oder sie aufs Rad zu flechten, Dieben die Hand abzuhacken oder Hexen zu foltern. "Henker waren wie Huren und ihre Zuhälter, Müller, Glücksspieler oder auch Gerichtsdiener vor 400 Jahren so genannte Ehrlose - nicht gemocht in der Gesellschaft, sogar geächtet, aber doch gebraucht. Und sie wurden nach Leistung bezahlt, hatten sogar eine Ausbildung zu absolvieren. Wie zum Beispiel ein Schreiner sich als Lehrling über den Gesellen bis zum Meister hochzudienen hatte, so traf das auch auf die Henker zu: Als Meisterstück mussten sie eben eine anständige Leiche vorzulegen." Pötzsch erzählte, dass seine Vorfahren an Toten anatomische Studien machten. Wegen ihrer Kenntnisse und geringer Preise waren sie gefragte Heilkundler. "Aus menschlichen Resten Pillen, Cremes oder Salben herzustellen und zu verkaufen - das war für einen Henker und die Kranken damals ganz normal."
Freie Presse 16.05.2011
U.S. Levin mischt Medizin mit Zynismus
"Satirisch kriminell" ging es am Mittwoch bei den Krimitagen Vogtland zu
DORFSTADT —Viel ist schon gesagt und geschrieben worden über das kränkelnde Gesundheitswesen. Dessen Auswüchse sind auch an Uwe Bauer alias U. S. Levin ganz und gar nicht spurlos vorbeigegangen. Im Beuteschema des Satirikers nehmen sie vielmehr einen mittigen Platz ein. Wie scharf der Senf ist, den er dazu gibt, haben Klinikpatienten und Gäste vorgestern hören dürfen und sichtlich genossen.
Während der Lesung machte das Publikum Bekanntschaft mit U. S. Levins "medizynischen" Büchern. Eines trägt den bezeichnenden Titel "Eiterherd ist Goldes wert". Darin kommt ein Krankenhausbesucher vor, der auf Abwege gerät und sich unfreiwillig im grünen Kittel wiederfindet. Später muss er feststellen, dass er "dank" Ärztemangel nicht der einzige praktizierende Laie im Haus ist. Auf den Zahn fühlt er auch gestandenen Dentisten und ihren Ernährern. Ausführlich porträtiert wird ein Zahlungsverweigerer, der seine Zähne bei der Krankenkasse als Pfand für die Arztrechnung hinterlegen und sich daraufhin, wie Levin bildhaft beschreibt, "mit leerer Kauleiste durchs
Leben beißen" muss.
Und Levin hat noch eine andere Vorliebe: die Welt der Gangster, Gauner und Ganoven. Versammelt ist das zugehörige Geschichtenarsenal in seinem vorletzten Werk "Doppelt hält schlechter". Dabei handelt es sich um eine Art Kuriositätenkabinett, angefüllt mit skurrilen Meldungen aus aller Welt, unterfüttert mit eigenen, ironisch aufbereiteten Betrachtungen. Beim Reimen ist Uwe Bauer kein Grat zu schmal und kein Eisen zu heiß. Die Erzählungen, Aphorismen und Sprüche sind Auszüge aus einigen seiner bisherigen Werke.
Freie Presse 13.05.2011
Mordsspannung am Krimiabend
Die vogtländischen Krimitage gehen weiter:
"Gegensätzlich kriminell" heißt es morgen – am Freitag, dem 13..
Reichenbach. Zwei Krimiautoren widmen sich morgen ab 19.30 Uhr dem Gegensatz von Mann und Frau. Als Veranstaltungsort wurde das historische Umspannwerk der Stadtwerke Reichenbach ausgewählt. Bereits ab 18.15 Uhr findet dort für maximal 15 Personen eine sachkundige Führung durch die Anlage statt. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke Reichenbach zeigt die liebevoll restaurierten Altanlagen und Transformatoren aus den Anfängen der Energieversorgung in der Neuberinstadt und gewährt einen Einblick in die moderne Schaltzentrale. Das 1922/23 erbaute Umspannwerk an der Rosa-Luxemburg-Straße wurde im Jahr 2000 restauriert.
Ehe, Mord, Mütter, Sex - in der Lesung von Tessa Korber und Christian Klier werden wichtige Fragen des Lebens beleuchtet, aus männlicher und weiblicher Sicht. Wovon träumen Mann und Frau beim Anblick nackter Körper auf Plakatwän den? Welche Rolle spielen die Mütter von Kommissarinnen und Kommissaren bei wichtigen Ermittlungen? Die Antworten stehen in der Krimianthologie "Das Leben ist mörderisch" von Tessa Korber und im Krimi "Klotz, der Tod und das Absurde" von Christian Klier. Die Bücher werden morgen Abend vorgestellt.
Christian Klier wurde 1970 geboren. Seine Mutter meinte, das sei kein reines Vergnügen gewesen. Er selber empfindet eher die Jahre seither als gewöhnungsbedürftig. Um seelisch gesund zu bleiben, quält er Schüler mit Deutsch- und Französischunterricht. Ansonsten hört er seit Jahren mit dem Rauchen auf und Musik an, die keiner kennt. Manchmal schwärmt er von seinen Zeiten im Nachttaxi. "Klotz, der Tod und das Absurde" ist sein erster Krimi. Sechs weitere sind in Planung. Das Absurde gibt eben viel her. Tessa Korber ist Jahrgang 1966, lebt und schreibt in der Nähe von Nürnberg. Sie hat Literatur studiert und Geschichte. In letzterem Fach war sie jedoch nur mittelmäßig, weil Geschichten sie immer mehr interessiert haben und sie sich keine Jahreszahlen merken kann. Alle ihre Versuche, etwas im bürgerlichen Sinne Richtiges zu arbeiten, hatten immer irgendwie mit Büchern oder Text zu tun. Am Ende blieb sie dabei, einfach Bücher zu schreiben, inzwischen an die 20 Stück, Krimis, historische Romane und Fantasy, letzteres unter Pseudonymen. Ansonsten liest sie und pflegt ihre zwei Kinder, ihre Freunde, Katze und Hund. Jüngst sind von ihr erschien: "Die Magd und die Königin", "Die Hüte rin", "Das Erbe der Schlange". Kri mis: "Toter Winkel", "Tiefe Schat ten", "Falsche Engel", "Triste Töne", "Kalte Herzen", "Teurer Spaß" und die Stories für "Das Leben ist morderisch".
Freie Presse 12.05.2011
Wie sich Kinder vor Gewalt schützen können
Die Ausstellung "Achtung in der Schule" zur Gewaltprävention ist zurzeit im Reichenbacher Gymnasium zu sehen. Die Schüler haben im Rollenspiel dazugelernt. Reichenbach. Die Plakatausstellung "Achtung in der Schule" zur Gewaltprävention ist zurzeit im Reichenbacher Goethe-Gymnasiums zu sehen. Die Stellwände befinden sich in der Mensa des Schulteils Friedensschule. Schüler der Klasse 6/1 haben sich als erste mit den jugendgemäß gestalteten Plakaten vertraut gemacht. Dabei wird gezeigt, dass Gewaltviele Facetten hat und unter Jugendlichen häufig vorkommt. Rangeleien im Klassenzimmer, auf dem Schulhof oder den Schulweg sind keine Seltenheit und können zu Unfällen führen. Einen breiten Raum nehmen auch andere Formen der Gewalt wie Mobbing ein, das zu seelischen Störungen führen kann.
Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) - eine Kooperation der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung mit Krankenkassen sowie die Unfallkassen haben die Wanderausstellung für Schulen und Jugendeinrichtungen zur Verfügung erarbeitet. Sie wendet sich an Schüler der fünften bis zehnten Klassen. Die zehn Plakate informieren über Situationen, die zum Konflikt führen können. Sie geben Anregungen, wie man sich schützen kann und wie die Schüler zu einer von Gemeinsamkeit geprägten Atmosphäre kommen kann.
Die Ganztagsklasse 6/1 hat sich bewusst mit dem Thema beschäftigt, denn die Schüler meinen: Es könnte einiges noch besser laufen bei uns. Deshalb haben sie gemeinsam mit Klassenleiterin Anja Leistl und Beratungslehrerin Caren Uhlmann einen Projektnachmittag zum Thema Mobbing veranstaltet. Kriminalhauptkommissar Matthias König vom Präventionsteam des Polizeireviers Auerbach hatte einen Situationsfilm mitgebracht, über den rege diskutiert wurde. Bei Rollenspielen konnten die Schüler erleben, wie sich jemand fühlt, der gemobbt und ausgegrenzt wird. Lukas Popp meldete sich freiwillig für ein Spiel, bei dem er das Zimmer verlassen musste. Seine Mitschüler erhielten die Aufgabe, ihn nach der Rückkehr demonstrativ zu ignorieren. "Das war seltsam", gestand der Junge anschließend. Keiner seiner Freunde hatte reagiert, als er Kontakt aufnehmen wollte. Alle hatten sich abgewandt. Im Rahmen der beiden Projektstunden lernten die Sechstklässler auch einiges zum Verhalten bei Gefahren und zum Schutz der Privatsphäre in den neuen Medien. Der Kriminalist musste viele Fragen beantworten.
Die Ausstellung ist Bestandteil des Programms der Vogtländischen Krimitage, die sich wie schon in den Jahren zuvor auch dem Thema Prävention zuwenden.
Freie Presse 10.05.2011
Autor und Publikum bibbern gemeinsam
In Jan Fliegers Krimis scheint alles klar zu sein, doch dann kommt es völlig anders. Die Gäste in Mylau harrten daher trotz empfindlicher Kälte aus.
MYLAU - "Das war meine schönste Lesung mit diesem Buch." Der Leipziger Krimi- und Kinderbuchautor Jan Flieger war am Samstagabend ganz hingerissen im Gärtnerhaus unterhalb der Burg Mylau. Er las im Rahmen der Vogtländischen Krimitage aus seiner Anthologie "Dunkel ist der Weg der Rache". In schwarz-humorigen Kurzkrimis geht es um die Beseitigung von Ehepartnern oder einer unbeliebten Lateinlehrerin, um eine Handgranate im Geheimfach und eine grausame Wette.
Die Geschichten erscheinen dem Zuhörer relativ logisch, vieles ist vorhersehbar, eigentlich alles klar. Doch dann kommt eine jähe Wendung oder eine überraschende Lösung. Dabei greift der Autor bekannte und manchmal eskalierende All-tagssituationen auf, die er spannend und humorvoll erzählt. Er erwies sich gleichermaßen als meisterhafter Geschichtenschreiber wie als beeindruckender Vorleser und Erzähler. Selbst die Männer in der Runde nahmen ihm Bemerkungen wie "Frauen morden einfach intelligenter" nicht krumm.
Unter den Gästen waren "Wiederholungstäter", die mehrfach Krimiveranstaltungen der Reihe erlebt haben, aber auch neue Besucher in der fast familiären Gemeinschaft im Gärtnerhaus. Jan Flieger staunte über die Aufmerksamkeit des Publikums, das trotz einsetzender Abendkühle noch eine Geschichte als Zugabe hören wollte. Aufgrund des angenehmen Sommerwetters hatten die Gastgeber Sabine und Hans Fischer die Lesung kurzerhand ins Freie gelegt. So entspannte sich die Platzsituation der ausverkauften Veranstaltung merklich. Franz Beckert umrahmte die Lesesequenzen mit Improvisationen auf der Gitarre.
"Sie haben wunderbar gelesen", lobte Dagmar Schliephake aus Mylau. Der Gast gab das Kompliment zurück: "Ihr habt hier ein klasse Publikum." Vor der Lesung war Jan Flieger auf seine zu DDR-Zeiten teilweise in beiden deutschen Staaten erschienenen Bücher eingegangen, was für reichlich Gesprächsstoff in der Pause sorgte. Der Leipziger war mehrfach bei den Krimitagen im Vogtland zu Gast, bisher immer im Schloss Netzschkau, das er am Nachmittag besichtigt hat. "Jetzt habe ich erst einmal gesehen, was das für ein schönes Schloss ist. Vor allem die Kachelöfen sind eine Schau", meinte er. Am meisten hatte ihn jedoch ein Geheimfach in einem historischen Schrank fasziniert – das erinnerte ihn an die Handgranatengeschichte aus seinem Buch.
Freie Presse 09.05.2011
Satirisches rund um den Alltag
FALKENSTEIN - Eine Lesung gestaltet der Leipziger Buchautor U. S. Levin am kommenden Mittwoch im Rahmen der Vogtländischen Krimitage. In der Berufsgenossenschaftlichen Klinik im Falkensteiner Ortsteil Dorfstadt liest er ab 19 Uhr unter dem Motto "Das darf doch nicht wahr sein". In seinem jüngsten Buch "Doppelt hält schlechter" hat der Satiriker die kleinen, unscheinbaren Begebenheiten des Alltags aufgegriffen und zu einem Sammelsurium spitzfindiger und pointierter Texte verarbeitet. Lieblingsthema des Autors sind die kleinen Missgeschicke von Ärzten und Patienten sowie die skurrilen Auswüchse des Gesundheitswesens.
Freie Presse 07.05.2011
Mehr als Bücher für Teenies
10 Jahre Jürgen-Fuchs-Bibliothek: Schriftstellerin Antje Babendererde liest aus "Indigosommer". Eine fesselnde Liebesgeschichte in einem Indianerreservat.
REICHENBACH - Am 21. Mai öffnet die Jürgen-Fuchs-Bibliothek von 9 bis 14 Uhr aus Anlass des Aktionstages "Kultur gut stärken" ihre Türen. Als Bonbon gibt's für jeden Neuanmelderein Jahr ohne Gebühren. Außerdem erfolgt die Übergabe von Büchergutscheinen für die Gewinner des Bibliotheks-Quiz', das sich mit Fragen unter anderem zum Namensgeber der Einrichtung und wie der Tag der offenen Tür in die aktuelle Veranstaltungsreihe zum zehnjährigen Bestehen der Jürgen-Fuchs-Bibliothek einreiht. Zu den Gewinnern dürfen sich schon mal jene Schüler zählen, die gestern in zwei Lesungen in Rathaus und Bibliothek Antje Babendererde lauschen durften. Die Autorin aus Thüringen las zunächst im Rahmen der Vogtländischen Krimitage vor Sechstklässlem und wenig später in der Bibliothek vor der 8/1 des Goethe-Gymnasiums aus ihrem Jugendbuch "Indigosommer".
Liebe und Hass der Enkel
Darin entwirft sie mit viel Liebe zur Natur an der Westküste der Vereinigten Staaten eine in dramatische Verwicklungen gebettete Liebesge-schichte zwischen einer 15-jährigen Deutschen und einem kaum älteren Indianer, der wie die anderen Qui-leute-Indianern in La Push lebt. So heißt die Siedlung in dem Quileute-Reservat. Dorthin fallen im Buch wie in Wirklichkeit weiße Amerikaner zum Wellenreiten ein. Zum Abfeiern am Strand mit Alkohol, Joint und Sex. Dieses nicht konfliktfreie Aufeinandertreffen der Enkel-Gene-rationen lieferte die Romanidee. Auch im Buch kommen Weiße, in deren Adern (noch immer) das Blut der Eroberer fließt. Es sind Menschen, die die Natur als ihr Eigentum betrachten, sie benutzen und nicht mit ihr leben. Ein warmer Applaus der Schüler um Lehrerin Sabine Dietz, herzliche Worte von Bibliotheksmitarbeiterin Regina Köthe und etliche Autogrammwünsche entließen die Autorin nach einem Vorlesemarathon nach Hause.
Dort, in einem vor dem Verfall geretteten Fachwerkhaus, soll ein neues Buch mit ihrem großen Thema entstehen. Allerdings kämpft sie seit ihrem jüngsten Besuch im Pinridge-Reservat in Süddakota mit ei-ner Schreibblockade. Die geht auch auf die Erlebnisse in diesem Reservat zurück. Während ihres jüngsten Besuchs dort hatten sich vier Kinder umgebracht.
Ein Reservat ohne Hoffnung
"Dort erfahren viele Kinder seit Generationen keine Liebe und Hoffnung mehr, da ihre Eltern sich aufgegeben haben. Die Kinderselbstmordrate ist extrem hoch", erzählte Antje Babendererde. Außerdem ist die Krebsrate hoch, da viele Indianer das Brunnenwasser des Reservats trinken. Und das ist vom Uranabbau in den Black Hills radioaktiv belastet. Davon erfahren die Leser ihrer Bücher erst nach und nach. Im Vordergrand steht die gut erzählte Geschichte. "Wenn die fesselt, dann lesen sie auch das andere." Das Ergebnis kann in Form einer E-Mail einer 16-Jährigen an sie so aussehen: "Eine wundervolle Geschichte, die auch nachdenklich macht. Es ist keins dieser Teeniebücher, in denen es immer um Klamotten, Frisuren und kitschige Liebesbeziehungen geht."
Freie Presse 06.05.2011
Richter liest eigene Krimis
Autor Kai Leuner ist am Literarischen Mittwoch in Reichenbach
zu Gast gewesen: Er hat dabei einen Blick in die ansonsten
verschlossene Welt der Justiz gewährt.
Der Autor Kai Leuner, der inzwischen drei Krimis herausgebracht hat, klärte während der Lesung am Mittwoch in der Vogtländischen Buchhandlung im Rahmen der Krimitage auf: "Meine Krimis spielen allesamt im Bereich der Justiz, in der die meisten Menschen nicht zuhause sind. Das möchte ich mit einer Welt verbinden, die dem Leser aus seinem Leben bekannt ist. Die Leute kommen sich dadurch im Buch vor wie im Film." Besucher Lutz Behrens aus Plauen hatte zuvor gefragt, warum ein ausgewiesener Amerika-Freund wie Leuner seine S Krimis in Dresden und nicht in New York spielen lässt?
Dresden sei gut für seine Zwecke geeignet, so Leuner, obwohl die Touristenplätze keine tragende Rolle im Buch spielen. Den Effekt des Regionalkrimis habe er an sich selbst ausprobiert in den Vereinigten Staaten. Er habe in Washington Plätze aufgesucht, von denen er zuvor in Krimis gelesen hatte, um zu erfahren, wie es dort tatsächlich aussieht, beschrieb er. Leuner hatte während der Lesung sein drittes Buch, "Jagd auf den Anwalt", vorgestellt. Es spielt wie die beiden Vorgänger im Justizmilieu, das der Autor bestens kennt. Er hat mehrere Jahre als Staatsanwalt im Bereich Wirtschaftskriminalität gearbeitet, bevor er vor einigen Monaten die Seiten wechselte und ein Richteramt übernahm.
An aktuellen Beispielen verdeutlichte Leuner, wie schnell jemand in die Fänge der Justiz geraten kann. "Dazu muss man nicht unangemeldet zu früh nach Hause kommen wie der Protagonist im Buch", meinte der Jurist und führte Beispiele aus dem Straßenverkehr und aus der Wirtschaft an. "Wenn große Zahlen mit vielen Nullen auftauchen, werden die Menschen schwach, auch die, die es besser wissen müssten", weiß er aus Erfahrung. Auch für Autofahrer gebe es Situationen, aus denen eine Katastrophe werden kann. Obwohl die Figuren und Handlungsstränge im Buch rein fiktiv seien, kenne er Fälle, die nicht weit entfernt liegen. Als Autor müsse er in beide Richtungen regulieren. Zum einen könnte das reale Geschehen wie eine Gerichtsverhandlung schrecklich langweilig sein, und der Leser würde das Buch schnell weglegen. Zum anderen gebe es Ereignisse, die niemand glauben würde. "Die Realität kommt mitunter so daher, als wäre sie schlecht erfunden", meinte er. Leuners Romanheld habe einen erfolgreichen Tag gehabt, bis er nach Hause kam und seine Frau in flagranti ertappte. "Wenn irgend etwas nicht mehr besser werden kann, dann wird es oft grandios schlecht", stellte der Krimiautor fest. Unter den Gästen der Lesung in Reichenbach war auch die Rodewischer Krimiautorin Maren Schwarz. Sie nutzte die Zeit nach der Lesung aus, um mit Leuner über Autoren, über ein Syndikat als Gemeinschaft der deutschsprachigen Krimiautoren und neue Bücherprojekte zu sprechen.
Freie Presse 23.04.2011
Der Mensch in extremen Situationen
Krimitage im Vogtland. Noch bis 19. Juni geben sich Krimiautoren zu Lesungen die Klinke in die Hand. Zum Literarischen Mittwoch kam Kai Leuner in die Vogtländische Buchhandlung Reichenbach.
Reichenbach - Juristen eilt ein Ruf voraus: die Zimmertemperatur sinke mindestens um zwei Grad, wenn einer aus dieser Zunft das Zimmer beträte. Kai Leuner, ein Jurist aus Dresden ist eine Ausnahme dieser Regel. Er ist ein freundlicher Mann, des Jahrgangs 1974. Nach seinem Studium arbeitete er als Staatsanwalt in Wirtschaftssachen. Inzwischen amtiert er als Richter und nimmt sich die Zeit, lesenswerte Krimis der beliebten Kategorie Regionalkrimi zu schreiben. Nach "Schüsse auf den Staatsanwalt" und "Kardinalfehler" hat er mit "Jagd auf den Anwalt" bereits seinen dritten Dresden-Krimi im Prolibris Verlag vorgelegt.
Die "Jagd auf den Anwalt" hatte Kai Leuner nach Reichenbach mitgebracht. Dahinter steckt eine spannende Geschichte, die vom Verlag so angekündigt wird: "Michael Krohn lebt auf der Sonnenseite: Er arbeitet in Dresdens nobelster Anwaltskanzlei und ist mit der attraktiven Tochter des Seniorpartners verheiratet. Doch innerhalb weniger Stunden bricht seine Welt zusammen. Er ertappt seine Frau Julia mit einem Kollegen. Es kommt zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Wenige Minuten später ist der Nebenbuhler tot und Michael auf der Flucht. Und nicht nur die Polizei jagt ihn. Auch seine Kanzlei setzt skrupellose Privatermittler auf ihn an. Denn ohne es zu wissen, trägt Michael ein brisantes Geheimnis bei sich ..."
Zur Lesung nahm Kai Leuner die diesmal leider nur ein gutes Dutzend ausmachende Zuhörerschar zum Ausgangspunkt der den Roman bestimmenden, "atemberaubenden Hetzjagd voller überraschender Wendungen" mit. Das war gut geschrieben. Kurze Sätze vermittelten regionales Kolorit. Ständig passierte etwas. Die Figuren wurden plastisch vorgestellt und überzeugten (wenn auch nicht in jedem Detail). Dazwischen gab der Autor immer wieder erhellende Auskünfte, über sein Schreiben, die Tücken der Verlagssuche oder die Wahrscheinlichkeit von Krimihandlungen ein. Das belebte die Lesung, die sowieso das Problem hatte, vom Krimi und seiner Lösung nicht zu viel verraten zu dürfen, damit die Spannung des potentiellen Lesers erhalten blieb. So plauderte Kai Leuner über Handwerkliches beim Schreiben. Dass er zum Beispiel die Handlung nicht akribisch plane, sondern sich auch immer wieder von der Entwicklung überraschen lasse. Er klärte auch über seine Motivation auf: So käme es ihm in seinen Büchern vor allem darauf an, "den Menschen in extremen Situationen zu zeigen". Er erzählte von der großen Bedeutung, die ein Lektor für den Autor habe. So merze ein Lektor sprachliche Klischees aus (und übersah doch den zur Lesung zitierten Satz: "Heiße Tränen rannen über sein Gesicht") oder weise auf sich einschleichende, logische Fehler im Handlungsverlauf hin.
Kai Leuners Held, der smarte Anwalt, entscheidet sich, nachdem er den Geliebten seiner Frau durch einen Pistolenschuss in den Rücken getötet hat, zur Flucht. Und auch hier beweist der Autor sein literarisches Vermögen. Er schildert nicht nur nachvollziehbar und realistisch die bei einer solchen Flucht in Deutschland auftretenden Schwierigkeiten und zu überwinden-den Hürden, sondern lässt den Leser auch an einer Selbstbefragung seines Anwalts teilhaben. Sein flüchtender Anwalt kommt zu dem gleichen Schluss wie in dem bekannten Gleichnis: Warum soll ich mich zwanzig Jahre lang täglich mehr als zehn Stunden krumm legen, um dann mein Leben zu genießen, wenn" ich das eigentlich gleich haben könnte? So findet sich in der "Jagd nach dem Anwalt" nicht nur äußerliche Spannung, sondern auch angemessener philosophischer Tiefgang.
Vogtland Anzeiger 24.04.2011
Sherlock Holmes auf der Talsperre Pöhl
Am Samstag stach er wieder in See, der "Kahn der fröhlichen Detektive". Die Passagiere der "Plauen" wurden auf der ersten Themenfahrt des Jahres, dem Krimidampfer, von Steffen Mohr köstlich unterhalten. Möschwitz - Der Leipziger Schriftsteller las aus seinem neuesten Buch "Rätsel-Krimi - Ein Kommissar für jede Jahreszeit". Mohr schreibt mit Witz über die Fälle des Kommissars Gustav Merks. "Humor und Spannung gehören zusammen", erzählt Mohr. Der im klassischen Sherlock-Holmes-Outfit gekleidete Mittfünfziger schreibt seit Jahren Krimis. Die im Buch beschriebenen Fälle erscheinen wöchentlich in einer Auflage von 250.000 Stück in verschiedenen Tageszeitungen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sindelfingen und Böblingen sowie im Raum Leipzig-Altenburg. Im vergangenen Jahr erschien das erste Buch zu den Fällen des Kommissars Merks und war auf Anhieb ein Renner. Jetzt hofft Steffen Mohr auf den gleichen Erfolg.
Die Lesung auf dem Krimidampfer lockerte der Autor durch selbstgesungene Lieder auf. Da stellt sich die Frage, singender Krimiautor oder kriminalisierender Liedermacher. Beide Bereiche beherrscht Mohr. Er liest und singt überall, wo er eingeladen ist. "Das können private aber auch betriebliche oder Vereinsfeiern sein", erzählte er Und versprach Spannung und Humor bei seinen Veranstaltungen. "Die Gäste der Lesung auf der Pohl bekamen einen Zettel ausgehändigt. Sie sollten Fragen zu den gelesenen Fällen beantworten und konnten sich bis zum Hauptkommissar qualifizieren. Der Zweckverband Talsperre Pohl und die Organisatorin Petra Steps hatten ebenfalls kleine Preise gesponsert. Mit "Mörderblut" und "Feuriger Gulaschsuppe mit Mörderbohnen" sorgten Ivonne Kohrad und ihre Mitarbeiterinnen vom Catering Pohl für das leibliche Wohl. Hinter den mörderischen Genüsslichkeiten verbargen sich roter Sekt und eine gut gewürzte Suppe.
Vogtland Anzeiger 19.04.2011 (Text: Gabi Kertscher)
Schreibender Apotheker lässt Tränen fließen
Mordsspaß zur zweiten Veranstaltung der Vogtländischen Krimitage: Christoph Krumbiegel hat im Treuener Schloss drei Kurzgeschichten gelesen. Treuen - "Vogtländisch kriminell" und unheimlich eng ging es am zweiten "Tatort" der Krimitage zu. Die Organisatoren hatten es geschafft, Apotheker und Freizeit-Autor Christoph Krumbiegel für einen Auftritt im schummrigen Kellergewölbe zu gewinnen. "Er liest überall, nur bei uns nicht", klagte Hauptorganisatorin Petra Steps vom Förderverein Schloss Netzschkau. Jetzt sei die Zeit reif. Das findet auch Krumbiegel und hatte Rezepte für einen (freuden-) tränenreichen Abend dabei: drei Kurzkrimis, oft bizarr, immer heiter, angerührt mit richtig viel Regionalkolorit. An seiner Seite Bettina John, mit der Krumbiegel mehrere gemeinsam bestrittene Lesungen verbinden.
Mit "Hand und Fuß" hatte Krumbiegel einen zahmen Einstieg ausgesucht. In der Ich-Form erzählte, entdeckte die handelnde Person urplötzlich Seltsames an sich selbst: Ein Zeh fehlt. Was folgt, ist eine Odyssee durch Facharztpraxen. Das Ende vom Lied? Fehler in der Eigenwahrnehmung! Anders gesagt: Es ist noch alles dran. Wirklich kriminell, ja ausgesprochen blutrünstig ging’s im nächsten Geschichtchen zu, das Krumbiegel "Kein Totes Meer" genannt und an die Talsperre Pöhl verortet hat. Im Feierabend-Freundeskreis werden der Reihe nach "unangenehme Wahrheite" gebeichtet. Die beziehen sich auf mal mehr, mal weniger absichtlich um die Ecke beförderte und im Gewässer versenkte Zeitgenossen. Kopfzerbrechen bereitet indes der kontinuierlich abnehmende Wasserstand...
Zu guter Letzt wurden "Alte Herren" vorgestellt. In dem gleichnamigen Werk regiert allerdings "König Fußball". Und die Angst vorm Absturz in den Tabellenkeller. Um den zu verhindern, lässt Krumbiegel seine Hauptakteure die gegnerischen Mannschaften auf unterschiedliche Weise außer Gefecht setzen. Nach einem misslungenen Schachmatt-Versuch wird die Niederlage mordsmäßig gerächt. Den Schlusspunkt setzt Lyrisches: "Mein Vogtland. Eine Gebrauchsanweisung für die Heimat." In dieser Heimat habe er gerne seine Wurzeln, versichert der 38-jährige Treuener und mehrfache Träger des Vogtländischen Literaturpreises.
Unter die Autoren ist Christoph Krumbiegel im Laufe der 1990er Jahre gegangen. Des Ausgleichs wegen, sagt er. Bei Kriminalgeschichten kommt für ihn nur eine "Bauart" in Frage. "Sie müssen trotz allem eine heitere Seite haben und unterhaltsam sein." In den bisher erschienen vier Bänden des Krimitage-Begleitbuches "Mordssachsen" ist jeweils eine enthalten. Am nächsten Werk wird bereits gearbeitet.
Service: Die nächsten Krimitage-Termine : Die Veranstaltung auf der Talsperre Pöhl am Samstag ist bereits ausverkauft. Für den "Literarischen Mittwoch" am 20. April, 19.30 Uhr in der Vogtländischen Buchhandlung Reichenbach gibt es noch Karten an der Abendkasse.
Freie Presse 11.04.2011 (Text: Sylvia Dienel)
Krimitage: Moderne Märchen
Die Vogtländischen Krimitage haben in Lengenfeld begonnen. Unter dem Titel "Märchenhaft kriminell" las der Kölner Autor Andreas Izquierdo aus der von ihm gemeinsam mit Angela Eßer herausgegebenen Anthologie "Die Märchenmörder".
LENGENFELD - Die Kurzkrimis von Autor Andreas Izquierdo basieren auf Handlungen in bekannten Märchen, sind jedoch völlig anders und vor allem zeitgenössischer als ihre Vorbilder ausgeführt: Die Bremer Stadtmusikanten machen sich zum Beispiel zu einem Casting bei "Pieter Dohlen", Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind offenbar beabsichtigt, auf, während Aschenputtel als Kaminfeger stiehlt, was das Zeug hält. Die Schneekönigin betreibt gar eine Drogenlabor, in dem Schnee und Eis durch das synthetische Rauschgift Crystal ersetzt werden. Passend dazu erklang Musik: Matthias Behrsing (Piano) und Matthias Brand (Schlagzeug) von der Bar-Band "Bukowski waits for you" waren eine exzellente Begleitung für Sänger Mario Ecard, der kurzfristig für den erkrankten Michael Kiessling eingesprungen war. Mit schmachtender Stimme sang er passend zur kriminellen Ausrichtung der Literaturr-Veranstaltung den Mackie-Messer-Song aus Bert Brechts "Dreigroschenoper" und andere bekannte Titel in einer ungewohnt swingenden Variante. Er überzeugte damit auch die Gäste, die vor allem wegen der angekündigten Musik gekommen waren.
Zur literarisch-musikalischen Kost gab es ein Drei-Gänge-Menü aus der Küche des "Lengenfelder Hofes", bei dem die Gaumen mit Tomatensuppe mit Zimt und Garnelen über Hähnchenbrust auf Kolonialsauce bis zum Irish-Cream-Parfait mit Erdbeeren verwöhnt wurden. Das Restaurant war liebevoll mit Märchenfiguren und -büchem dekoriert, wobei vor allem die lebensgroßen Bremer Stadtmusikanten, Aschenputtel und die Schneekönigin ins Auge auffielen. "Ihr habt wieder ein tolles Programm auf die Beine gestellt", meinte Simone Schneider aus Lengenfeld, die seit der ersten Kriminacht 2006 im Schloss Netzschkau zu den Stammgästen der Veranstaltungsrehe gehört.
Andreas Izquierdo, der auch Sprecher des Fördervereins für deutschsprachige Kriminalliteratur Syndikat ist, meinte begeistert von den vom Förderverein Schloss Netzschkau organisierten Krimitagen: "Ich wünsche mir, dass alle Krimitage so toll und liebevoll wie hier organisiert sind und die Autoren immer ein so aufmerksames Publikum haben", erklärte er.
Ein später Gast: Rockbarde Heinz Rudolf Kunze übernachtete nach seinem Konzert in Wernesgrün im "Lengenfelder Hof". Dort plauderten er und die Akteure der Krimitage entspannt am Tresen.
Freie Presse 04.04.2011
Märchenhafter Auftakt für ein Krimispektakel
18 Veranstaltungen an teils skurrilen Orten und eine bemerkenswerte Mischung von Autoren – all das bieten ab 2. April die Vogtländischen Krirnitage.
LENGENFELD/NETZSCHKAU - "Märchenhaft kriminell" geht es zum Auftakt der Vogtländischen Krimitage am 2. April im Hotel Lengenfelder Hof zu. Dort erwartet die Gäste eine besonderen Veranstaltung, eine märchenhafte Lesung mit märchenhafter Musik und einem märchenhaften Menü. Der mehrfach preisgekrönte Autor Andreas Izquierdo liest drei Kurzkrimis aus der Antho-logie "Die Märchenmörder".
Der Wahl-Kölner, Sohn eines deutschen Ingenieurs und einer spanischen Krankenschwester, hat sich in der Buch- und Fernsehszene einen Namen durch zahlreiche Veröffentlichungen und Drehbücher gemacht Er schreibt Krimis, Fantasy, Reise- und historische Romane, Kurzgeschichten sowie diverse Sitcom-, Serien-, und Spielfilmbücher für WDR ZDF, SAT1 und RTL. Im vergangenen Jahr hat er den viel beachteten Fantasy-Thriller "Apocalysia" herausgebracht, der gute Kritiken erhielt. Das Buch wurde mit dem Lovelybooks-Leserpreis in Silber für die besten Bücher 2010 in der Sparte Fantasy ausgezeichnet und Buch des Jahres bei www.vorablesen.de. Für seinen "König von Albanien" bekam der Autor den Sir-Walter-Scott-Preis für den Besten historischen Roman 2008. In mehreren Anthologien finden sich Kurzkrimis, von denen einer für den Agatha-Christie-Preis nominiert war. Der 42-Jährige ist Sprecher der Autorengruppen deutschsprachiger Krimiautoren "Syndikat". Gemeinsam mit Sprecherin Angela Eßer hat Andreas Izquierdo 2010 die Anthologie "Die Märchenmörder" herausgegeben, in der bekannte Autoren der Krimiszene wie Frank Schätzing, Ralf Kramp oder Ingrid Noll mit Märchenkurzkrimis vertreten sind. Mit "Bukowski waits for you" spielt eine Band aus Berlin erstmals im Vogtland ihre Barmusik. Michael Kiessling gilt als charismatischer Sänger, der mit seiner Interpretation bekannter Titel wie dem von Udo Lindenberg gesungenen "Säufermond" für Gänsehaut sorgt. Er wird von Matthias Bersing (Piano) und Matthias Brand (Schlagzeug) begleitet. "Diese Sauf- und Liebesgeschichten enthalten mehr Zärtlichkeit, als alle glanzpolierten Liebesfilme zusammen", war in der Mainzer "Rhein-Zeitung" zu lesen. Dreh- und Angelpunkt der Krimitage ist das Schloss Netzschkau. Die 18 Veranstaltungen der Krimitage bieten Vielfalt auch an anderen Veranstaltungsorten. So geht es beispielsweise in Plauen unter Tage und im Fahrgastschiff auf die Talsperre Pohl. Sogar ein vogtländisches Wohnzimmer ist Ort einer Lesung, doch welches, das weiß bislang noch niemand.
Service Karten im Vorverkauf gibt es unter 037606 8770 im Lengenfelder Hof oder unter krimitage-vogtland.de
Freie Presse 24.03.2011
Vogtländische Krimitage
Mordsmäßige Lesungen in knisternder Atmosphäre
Netschkau/Lengenfeld. Grusel-Lesungen werfen ihre dunklen Schatten voraus. Zu den Vogtländischen Krimi-Tagen passieren wieder unglaubliche Dinge. Vom 2. April bis 19. Juni herrscht bei den Lesungen Mord und Totschlag. Die kriminelle Energie entlädt sich in Schlösser, Wirtshäuser und an Deck der Pöhler Süßwasserflotte. In knisternder Atmosphäre können die Krimi-Fans rätseln, wer die Bösewichter sind. Den mordsmäßigen Auftakt gibt's im Lengen-felder Hof (2. April 19 Uhr). Der Kölner Buchautor und Syndikats- Sprecher Andreas Izquierdo macht an diesem Abend mit derBar-Band "Bukowski waits for you" gemeinsame Sache. Chef-Kriminologe Volker Steps vom Förderverein Schloss Netzschkau wies im Vorfeld der Veranstaltungsreihe auf neue Tatorte hin. Erstmals führt die Spur in die Vogtland Kartonagen an der Reichenbacher Buchenstraße. Dort geht's am Muttertag (11.30 Uhr) rockig kriminell zu. Eine hoffentlich spannende Premiere erleben die Krimi-Fans am 13. Mai in den Umspannwerken der Neuberinstadt. Tessa Kober beleuchtet (19.30 Uhr) die Abgründe von Männem und Frauen. Die Rodewischer Autorin Maren Schwarz kommt sogar auf Hausbesuch zur Wohnzimmer-Lesung. Wer also Lust auf Verbrecherjagd in den eigenen vier Wänden hat, kann sich unter der Rufnummer 03765 305199 melden. Stichtag für die Bewerbung ist der in 30. April. Ab 9. April öffnet die Sonderausstellung zu Krimi-Legende Agatha Christie im Schloss Netzschkau. Dort erfahren neugierige Spürnasen vieles über so manche tödliche Dosis aus dem Giftschrank.
Blick 20.03.2011
Amtsgericht als Krimistube
Am 19. Mai erfolgt spannende Krimilesung mit ehemaligem "Kriminaler"
Auerbach. Die Vogtländischen Krimitage machen auch in diesem Jahr wieder Station im Amtsgericht Auerbach. Am Donnerstag, dem 19. Mai, um 18 Uhr wird es spannend im Gericht.
Diesmal geht es nicht um erfundene Geschichten. "Denn nichts ist spannender als die Wahrheit und die wirklichen Taten", wie die Direktorin des Amtsgerichts, Inge Bahlmann betont. Zum diesjährigen Krimiabend ist Kriminaloberrat a.D. Klaus Dalski eingeladen. Er klärte lange Jahre schwere Verbrechen in Thüringen auf und hat sich dabei u.a. auch mit der Psychologie der Verbrecher befasst. Kopfzerbrechen bereitete ihm al-lerdings der Mord an einer 22-jährigen Krankenschwester, deren Mörder nie ausfindig gemacht werden konnte. Über diese und andere spannende Kriminalfälle wird Klaus Dalski sachverständig und auch wortwitzig erzählen. Der Zuhörer wird an die Orte der Verbrechen geführt, er nimmt an Vernehmungen teil und wird mit Aussagen von Zeugen und Tätern konfrontiert. 33 seiner Fälle hat Klaus Dalski in dem mittlerweile in 2. Auflage erschienenen Buch "Der Kopf in der Ilm" zusammengetragen. Der Eintritt zum Krimiabend ist frei, jedoch ist eine vorherige Platzreservierung unter der Telefonnummer 0 37 44/ 83 93 01 oder -02 notwendig.
Wochenspiegel 19.03.2011
Krimi-Lesungen in Fabrikanlagen
Autoren wie Harry Rowohlt und Susanne Schädlich kommen ins Vogtland.
20 Veranstaltungen bieten allein die Krimitage.
NETZSCHKAU - Der Bücherfrühling im Vogtland verspricht so heiß zu werden wie noch nie zuvor. Ausgehend von der Leipziger Buchmesse und dem 20-jährigen Bestehen des Lesefestes "Leipzig liest" lesen auch bekannte und weniger bekannte Autoren in Orten des Vogtlandes, während hiesige Autoren mit Lesungen außerhalb auftreten.
Rund 20 Veranstaltungen bieten allein die Vogtländischen Krimitage vom 2. April bis 19. Juni. Die Lesereihe bleibt auch diesmal ihrem Motto "Einzigartige Veranstaltungen an besonderen Orten" treu. "Wir haben bewährte Veranstaltungsorte mit neuen Plätzen kombiniert und bieten den Schloss- und Krimifreunden wieder ein abwechslungsreiches Programm", sagt Volker Steps, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Netzschkau, der seit fünf Jahren die beliebte Literaturveranstaltung im Vogtland anbietet. Zu den neuen "Tatorten" gehören eine Kartonagen-Fabrik in Reichenbach, eine Klinik in Falkenstein, das historische Umspannwerk in Reichenbach oder das Bürgerhaus Unterwürschnitz direkt am Vogtländischen Knollensteig. Auch Greiz ist diesmal dabei. In den vogtländischen Bücherfrühling fällt auch die Festwoche zum zehnten Geburtstag der Jürgen-Fuchs-Bibliothek in Reichenbach.
Pünktlich zur Leipziger Buchmesse erschien "Westwärts soweit es nur geht" von Susanne Schädlich, Tochter des in Reichenbach geborenen Schriftstellers Hans-Joachim Schädlich. Als Höhepunkt ist am 16. Juni in der neuen Vogtlandhalle Greiz ein Lese- und Gesprächsabend mit Harry Rowohlt geplant. Den Abschluss des Bücherfrühlings bildet die 6. Kriminacht im Schloss Netzschkau, zu der sechs Autoren erwartet werden. Den Organisatoren gelang eine bemerkenswerte Kombination. Mit Raimund H. Drommel kommt ein namhafter Sprachprofiler erstmals ins Vogtland. Der in Reichenbach geborene Politiker Sven Dietrich wird seinen zweiten Krimi vorstellen. Mit dabei auch Lukas Erler, dessen Debüt-Krimi "Ölspur" für den bedeutenden deutschen Krimi-Preis "Glauser" nominiert ist. »www.vobuch.de » www.krimitage-vogtland.de
Freie Presse 17.03.2011
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