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Mirjam Pressler - "Die Familie dahinter"

Reichenbach. Zu zwei Lesungen ist eine der bedeutendsten und mehrfach preisgekrönten Kinder- und Jugendbuchautorin sowie Übersetzerin aus Niederbayern ins Vogtland gekommen. Am Mittwochabend las Mirjam Pressler im Veranstaltungsforum der Vogtland Philharmonie Reichenbach aus ihrem Buch über die Familie von Anne Frank. Am Donnerstag stand die in Bergen-Belsen umgekommene junge Frau im Mittelpunkt der Lesung vor den 7. Klassen des Goethe-Gymnasiums. Dabei brachte die Autorin gleichzeitig Licht ins Dunkel um die verschiedenen Versionen des Tagebuchs. Anne Frank hat ihre Aufzeichnungen vor der Deportation zum großen Teil für eine Veröffentlichung überarbeitet und gleichzeitig weiter Tagebuch geschrieben. Das eine ist teilweise, das andere komplett erhalten. Von Mirjam Pressler stammt die Neuübersetzung und -zusammenstellung der Texte. Das Buch „Grüße und Küsse an alle“ über die aus Frankfurt stammende Familie geht auf die Entdeckung von rund 6000 Dokumenten, Briefen und Fotos im Basler Haus durch Familienmitglieder im Jahr 2001 zurück.

Einen Großteil der Originale soll jetzt das Jüdische Museum in Frankfurt/Main erhalten, wo ein Familie-Frank-Zentrum entsteht. Mehrere Jahre hatte Mirjam Pressler an der neuen Leseausgabe der Tagebücher und an der Biografie „Ich sehne mich so“ gearbeitet, als der Fund auftauchte. Mirjam Pressler hat die akribische geordneten Briefe sowie weitere Dokumente des Anne-Frank-Fonds gesichtet und im Buch über die Geschichte der Familie Frank teilweise übersetzt und zusammengestellt. Bei der Abendlesung wurde der Förderverein Schloss Netzschkau als Veranstalter der Krimitage Vogtland von den Sächsischen Israelfreunden unterstützt, die an der Wiesenstraße ein Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdisch-christliche Geschichte und Kultur aufbauen. Werner Hartstock zeigte einen Kurzfilm über das Projekt sächsischer Handwerker, die für Holocaust-Überlebende in Israel Wohnungen renovieren oder Reparaturen ausführen. „Ich habe noch nie etwas von dieser Aktion gehört, aber ich finde das Projekt einfach genial. Viele der Holocaustüberlebenden sind arm und brauchen Hilfe“, meinte Mirjam Pressler. Werner Hartstock möchte, dass die Opfer ein Gesicht bekommen. „Das waren sechs Millionen Menschen mit ihren Geschichten, ihrem Leben, ihren Tränen. Es gibt Überlebende, die möchten darüber sprechen, andere nicht. In einigen Jahren kann niemand mehr aus eigenem Erleben erzählen.

Wir tragen immer noch Verantwortung gegenüber den Überlebenden“, machte er aufmerksam. Die zumeist 13-jährigen Schüler am Gymnasium erfuhren mehr über das Mädchen Anne Frank, das hinter dem Holocaust-Opfer steht. In ihrem Tagebuch charakterisierte sie ihre Mitschüler und Lehrer oder beschrieb das Leben im Hinterhaus in Amsterdam, das der Familie vor dem Verrat als Versteck diente. Dabei wurde deutlich, dass die 13-Jährige ähnliche Wünsche und Vorstellungen wie die Jugendlichen heute hatte, ihr Leben in der Zeit des Hitlerfaschismus jedoch vollkommen anders verlief als das der heutigen Jugend. Für viele Schüler waren die Informationen vollkommenes Neuland.

Freie Presse 27.04.2012

 

 

 

 

Mit allen Wassern gewaschen

Reichenbach. Das Alte Wasserwerk im Park der Generationen war bei der ersten Ladies Crime Night der Vogtländischen Krimitage gut gefüllt. Etwa die Hälfte der Gäste hatte vor der Lesung das Angebot des Vereins Aqua et Natura zu einer Führung durch das Wasserwerk genutzt. Der Architekt Christian Hofmann vom Büro Weininger & Hofmann erläuterte die Geschichte des Wasserwerkes und die kluge Entscheidung zum Umbau im Zuge der Landesgartenschau 2009. Dabei warb er gleichzeitig für den Verein Aqua et Natura, der das Wasserwerk gemeinsam mit der Schreberjugend nutzt und Veranstaltungen oder Ausstellungen anbietet.

Unter dem Motto „Mit allen Wassern gewaschen“ lasen drei Krimiautorinnen aus ihren Werken, die allesamt mit dem doch recht kühlen Nass zu tun hatten. Lokalmatatorin Maren Schwarz aus Rodewisch stellte ihren neuen Krimi „Treibgut“ vor und begab sich damit an das größte Wasser des Abends. Sie entführte die Gäste auf die Insel Rügen und ließ sie mit der Protagonistin auf der Suche nach einem verschwundenen Kind mitfiebern. Romy Fölck aus Leipzig hat ihren Tatort an die Elbe in Dresden verlegt. Mit ihrem neuen Buch „Duell im Schatten“ greift sie düstere Kapitel deutsche und jugoslawischer Geschichte auf. Außerdem sprach sie zur Urheberrechts-Aktion der im Verein Syndikat vereinigten deutschsprachigen Krimiautoren. Das kleinste Wasserreservoir blieb für die am weitesten angereiste Autorin Mischa Bach aus Essen. Sie nimmt mit ihrem Kurzkrimi aus der Anthologie Krimi Kommunale Bezug auf das bekannte Volkslied „Am Brunnen vor dem Tore“.

Während sie ihren Kurzkrimi komplett las, hatten die beiden anderen spannende Teile aus ihren Büchern ausgewählt. In der Pause waren die Autorinnen gefragte Gesprächspartner. „Auch wenn sich bei den vorgelesenen Geschichten alles irgendwie um das Thema Wasser drehte, war es für mich doch keine wässrige Veranstaltung, denn was geboten wurde, war Spannung pur“, meinte Klaus Hergert aus Limbach. Er gehört seit Jahren zu den Stammgästen der Krimitage. Der Abend habe ihm richtig gut gefallen. „Ich bedanke mich recht herzlich bei den Autorinnen für die kurzweilige und spannende Unterhaltung. Ich danke außerdem den Organisatoren und Veranstaltern der Vogtländischen Krimitage, die ihr Augenmerk bei der Auswahl der Orte auch auf die Barrierefreiheit gelegt und dies im aktuellen Flyer entsprechend gekennzeichnet haben. So ist es auch mir als Rollstuhlfahrer problemlos möglich, mehrere der interessanten und kriminellen Veranstaltungen zu besuchen“, so Klaus Hergert. „Es war wieder richtig schön, im Vogtland zu sein. Die Lesung fand ich toll, das Ambiente, die Organisation, die supernetten Zuhörer. Wir Autorinnen waren sehr unterschiedlich und daher das Programm schön abwechslungsreich“, fand Romy Fölck. Sie hatte im Rahmen der Krimitage 2009 am Amtsgericht Auerbach gelesen. Nächste Veranstaltung: 25. April, 19 Uhr, Veranstaltungsforum der Vogtland Philharmonie Reichenbach (Park der Generationen, ehemaliges Verwaltungsgebäude Wiesenstraße 62): Mirjam Pressler liest aus „Grüße und Küsse an alle“

Freie Presse 23.04.2012

 

 

Echte Leiche schockt Autorin

Romy Fölck liest in der Reichenbach Ladies-Crime-Night - Silvester übertraf die Wirklichkeit ihre Fantasie

Neben Mischa Bach und Maren Schwarz gehört Romy Fölck am Freitag zu den Autorinnen, die bei der ersten Ladies-Crime-Night im Rahmen der Vogtländischen Krimitage im Reichenbacher Wasserwerk lesen. Die Leipziger Krimiautorin trägt aus ihrem Buch „Duell im Schatten" vor, in dem ein Toter an der Elbe Ausgangspunkt für eine spannende Zeitreise ist. Nach Abschluss des Romans entdeckte die Schriftstellerin eine wirkliche Wasserleiche. Gerd Möckel hat mit Romy Fölck telefoniert.

Freie Presse: Frau Fölck, Leichen gehören zu Krimis wie das Salz in die Suppe, hatten Sie eigentlich schon einmal mit dem wirklichen Tod in dieser Form zu tun?

Romy Fölck: Auch wenn Sie es nicht glauben, das ist noch nicht lange her. Und es war schrecklich. Denn da ist ein echter Mensch zu Tode gekommen. Das ist etwas ganz anderes als in den Büchern.

Wie bitte? Ist das bekannt? Das müssen Sie erzählen.

Nein, bisher habe ich nicht darüber gesprochen. Ich glaube, ich musste das erst verarbeiten, aber jetzt kann ich das schon erzählen. Also es war zu Silvester in Eilenburg, so eine halbe Stunde vor Mitternacht. Ich ging mit meinem Partner am Mühlgraben der Mulde spazieren. Wir standen auf einer Brücke, und das Licht der Laternen leuchtete ein paar Meter Wasser vor und auch nach der Brücke aus. Wir blickten aufs Wasser, und da schwamm plötzlich diese Leiche in den Lichtkegel. Eine Frau, sie war sehr zierlich. Sie schwebte wie ein Geist auf uns zu und unter die Brücke, nach ein paar Sekunden wurde sie von der Dunkelheit verschluckt.

War das nicht der Fall, der auch durch die Medien ging?

Ja. Wir dachten zunächst, es wäre eine junge Frau gewesen. Später stellte sich heraus, dass es eine 50-Jährige war. Wir alarmierten sofort die Polizei, die auch sofort mit der Suche begann. Zum Glück war die Frau auch noch von anderen gesehen worden, sonst hätte man das vielleicht für ein Hirngespinst halten können. Acht Wochen später ist die Frau dann bei Bitterfeld aufgetaucht.

Kennen Sie die Todesumstände?

Nach allem, was ich weiß, muss sie ertrunken sein. Die genauen Todesumstände sind wohl noch nicht geklärt. Ihr Lebensgefährte ist verhaftet,' aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Klar ist bisher, dass beide noch bis 22.30 Uhr auf einer Party waren. Was dann passiert ist, muss sich noch ermittelt werden. Wie ging es nach dieser Nacht weiter, Sie hatten ja wohl gerade Ihren neuen Roman fertig. Stimmt. Ich hätte auch nicht weiterschreiben können. Ich war nach diesem Erlebnis wie gelähmt. Es war wie gesagt sehr erschütternd für mich, mit diesem Element des Lebens und meiner Bücher auf so eine Weise konfrontiert zu sein.

Der Tod ist halt nur in Büchern willkommener Gast. Sie lesen aus Ihrem neuen Krimi „Duell im Schatten", bei dem ein betagter Restaurantbesitzer am Blauen Wunder aufgehängt wird. Es soll ein untergetauchter Kriegsverbrecher sein, worum geht's?

Ohne zu viel zu verraten: Die Geschichte weist sehr aktuelle Bezüge zur Neonazi-Szene auf und geht zurück bis in die Zeit der Ustascha-Faschisten in Kroatien. Ich glaube, es ist ein sehr emotionaler Krimi.

Was sagen die Leser dazu?

Eben das. Dass er unter die Haut geht. Vor allem auch bei jungen Lesern. Das gilt für das gesamte Buch, aber auch für Passagen, wie der vom Dresdener Feuersturm, der aus den Augen eines Kindes geschildert wird. Die alte Frau, die im Buch eben jene Leiche am Blauen Wunder entdeckt, schildert die Bombennächte so, wie sie sie als Kind erlebt hat. Mehr wollen wir nicht verraten. Sie sind ja gelernte Juristin, sind Sie über Recht und Unrecht zum Schreiben gekommen? Nein. Ich habe einen Beruf gelernt und lange ausgeübt, um das, was ich am liebsten mache, nicht nur in den Nächten und am Wochenende machen zu können. Es gibt genügend brotlose Autoren. Ich will von meiner Arbeit aber auch leben können. Das geht zurzeit ganz gut. Geschrieben habe ich aber schon in meiner Schulzeit. Ich kann mir gar nichts anderes vorstellen.

Was war Ihr Erweckungs-Erlebnis in Sachen Krimis? Ganz eindeutig Arthur Conan Doyles mit seinen Abenteuern von Sherlock Holmes.

Einmal Krimi, immer Krimi?

Nein. Ich schreibe jetzt an einem Roman, mit dem ich die mit „Täubchenjagd" begonnene Trilogie abschließe. Aber ich habe jetzt schon Lust auf Belletristik, auf eine Familiengeschichte. Ich glaube, das Erzählerische liegt mir. Es gibt mir den Raum, den ich für die Entwicklung von Charakteren brauche.

Wie schreiben Sie?

Man kann schon sagen, es fließt Nach einem Expose zwar, aber beim Schreiben habe und entwickele ich dann am besten Ideen.

Was raten Sie Menschen, die gerne schreiben wollen, sich aber bisher nicht getraut haben?

Anfangen, nie aufgeben, auch wenn es noch so viele Absagen gab. Und man sollte nie denken, man könne schon alles.

LADIES-CRIME-NIGHT am Freitag, 19 Uhr im Alten Wasserwerk im Park der Generationen in Reichenbach. Ab 18 Uhr besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch das Wasserwerk teilzunehmen. Karten (9 Euro im Vorverkauf) gibt es über www.krimitage-vogtland.de oder an der Abendkasse. » www.krimitage-vogtland.de

Freie Presse 18.04.2012

 

 

 

Werkstatt für angehende Autoren

Mischa Bach gibt Tipps an alle Generationen

REICHENBACH - Eine Schreibwerkstatt mit der Schriftstellerin Mischa Bach findet am Samstag in der Begegnungsstätte am Nordhorner Platz in Reichenbach statt. Der Workshop für Schreibbegeisterte aller Generationen soll der Auftakt für ein neues Angebot sein. Dabei werden Treffen organisiert, bei denen sich die schreibenden Teilnehmer austauschen können, die Meinung Gleichgesinnter hören oder gemeinsam an Themen arbeiten. Zudem gibt es dabei fachlichen Rat. Ein- oder zweimal pro Jahr sollen professionell geleitete Workshops mit Schriftstellern angeboten werden. Die Gruppe soll als loser Zusammenschluss beginnen und sich danach zu einem festen Anlaufpunkt entwickeln. Dabei können sich die Teilnehmer selbst Ziele setzen und Wünsche formulieren.

Als Dach dient die vom Diakonieverein Reichenbach und Umgebung betriebene Begegnungsstätte, die zugleich eine der Veranstaltungsstätten für das vom Vogtlandkreis geförderte Projekt Mehrgenerationenhaus ist. Ansprechpartner im Haus wird die ehrenamtliche Helferin Brigitte Schmutzler sein. Anfang Oktober fand in Reichenbach eine Schreibwerkstatt mit der Leipziger Autorin Constanze John statt. Dabei wünschten sich Teilnehmer öfter eine solche Werkstatt. Mischa Bach liest auch im Rahmen der Krimitage bei der Ladies Crime Night am Freitag im Alten Wasserwerk. (pstp) ANMELDUNGEN für die Schreibwerkstatt am 21. April, 10 bis 13 Uhr, und Karten für das Alte Wasserwerk unter Telefon 0177 3051990 oder per E-Mail an Krimitage@gmx.de.

Freie Presse 18.04.2012

 

 

 

Gewölbe passt als Lese-Tatort

Die Krimitage Vogtland zu Besuch im Schloss Treuen:
Die Gäste erlebten die Premiere eines historischen Kriminalromans.

Hiske Aalken und dem Jungen neben ihr steht das Wasser bis zum Hals: Ein Toter wird auf Burg Gödens entdeckt, die Tat bleibt an ihnen hängen. Beide werden in dem durch Hochmoore fast vollständig abgeschnittenen und deshalb als Zufluchtsort genutzten Fleckchen Ostfriesland mit Misstrauen beäugt: Die Hebamme aus beruflichen Gründen. Der ehemals stumme, von ihr in die Welt der Sprechenden eingeführte Zehnjährige, weil er mit Aalkens „Hexenkunst" im Bunde zu stehen scheint. Kann das angeklagte Duo dem Scheiterhaufen entgehen? Die Spannung steigt, es knistert förmlich im Gewölbekeller unter dem Treuener Schloss. Eine längere Passage nach der anderen entnimmt Regine Kölpin ihrem neuesten Roman „Die Lebenspflückerin". Noch - am selben Abend gibt sie Entwarnung:'Es wird nicht zur Hinrichtung kommen. Das Publikum der Krimitage Vogtland am Treuener Tatort durfte diese unerwartete, Wendung als erstes miterleben.

Offiziell feiert das Buch diese Woche Lesungspremiere. Kölpins Geschichte nimmt ihren Lauf, wo sie selbst aufgewachsen ist: in der Nähe von Jever. Auch Handlung und Hauptpersonen sind nicht frei erfunden. Hiske Aalken sei die einzige sogenannte Hexe gewesen, die r 545 im betreffenden Gebiet freigesprochen worden war, erklärt Kölpin. Mit der Hebamme verbindet die Schriftstellerin aber weit mehr als Bewunderung: Wenn sie nebenher Touristen durch ihre Heimatstadt Jever führt, schlüpft sie in deren Rolle. „Dadurch bin, ich auf die Hauptperson meines Romans gestoßen -und auf die Hexenprozesse." SERVICE Nächster Tatort ist am Mittwoch, 19 Uhr das Plauener Alaunbergwerk. Unter dem Motto „Geheimnisse tief unter der Erde" liest der Geologe Jürgen Ehlers aus „Der Spion von Dunvegan Castle". Anschließend Führung. Infos, www.krimitage-vogtland.de

Freie Presse 16.04.2012

 

 

Mysteriöse Morde am Hofe des Alten Fritz


Oelsnitz – Krimis und Modewelt haben eines gemeinsam, in beiden spielt der „letzte Schrei“ eine zentrale Rolle. So kommt auch in Tom Wolfs Krimi „Kreideweiß“ zusammen, was zusammen gehört, Mode und Mord, die französische Küche, feine Lebensart und fiese Intrigen. Innerhalb der 9. Vogtländischen Krimitage hatte die Stadtmarketing GmbH am Ostersamstag zum Leseabend mit dem Autor eingeladen. Holzfeuerchen erleuchteten im Voigtsberger Schlosshof den Weg zum Fürstensaal. Das war am eiskalten Abend wenigstens ein Anflug von Wärme. Tom Wolf hatte sich lässig vor der Burgkapelle niedergelassen, die etwa 50 Besucher saßen im Halbkreis. Mit etwas Phantasie konnte man sich einen geselligen Kreis am Kamin vorstellen. Die Krimireihe um den Küchenmeister und Geheimen Criminalcommissaire Honoré Langustier entführt an den Hof des Preußenkönigs Friedrich II., vulgo der Alte Fritz genannt. Seines 300. Geburtstages wird dieses Jahr gedacht. Da traf es sich gut, dass zum Stadtmarketing der Historische Kostümverleih gehört. Figurinen in Rokoko-Mode mischten sich unters Volk. Sollte die Männergestalt mit Dreispitz neben der Frau des Autors, Ulrike Wolf, den stets Uniform tragenden König verkörpern?

Dazu war sie eindeutig zu hübsch und zu groß. Das Bild des kleinwüchsigen ungepflegten Herrschers mit zerzauster Perücke und Tabakkrümeln auf der Kleidung stellte Tom seiner Lesung voran. Im Jahre 1772 plant Fritz eine Geburtstagsfeier für seine Schwester Ulrike, die Königin von Schweden. Es ist das Jahr der polnischen Teilung, man trägt Mode a là polonaise. Vier große Cotouriers aus Paris und London sind für die erste „Parade de Mode“ der Geschichte mit lebenden Modellen eingeladen. Doch ein festliches Diner beim König wird durch eine erdbebenartige Erschütterung unterbrochen. Im Alabasternebel der bröckelnden Stuckdecke liegt die Hutmacherin tot unter dem Kronleuchter. Es bleibt nicht bei der einen Leiche. Ein Selbstmord entpuppt sich als Mord. Bei den Ermittlungen gerät selbst Langustier in lebensgefährliche Verwicklungen. Soviel verrät Wolf – Gift ist im Spiel, das Gift des Feuersalamanders, appliziert durch eine Halsschleife.

Er lässt durchblicken, dass die Putz- und Modesucht der Hofleute der Partei der Pietisten ein Dorn im Auge ist. Wolfs Krimi besticht durch viele historisch genaue Details und eine der Zeit angemessene Sprache seiner Figuren. Die Handlung ist jedoch mit Personal und Nebenhandlungssträngen überfrachtet. Das geht auf Kosten der Verständlichkeit und Spannung. Im neunten Band der Langustier- Reihe setzt Wolf der vernachlässigten Ehefrau von Friedrich II., Elisabeth Christine und ihrem Werk, Schloss und Park Niederschönhausen, ein fast liebevolles Denkmal. Dagegen ist Honoré Langustier, der Mann mit dem anspielungsreichen Namen, keine historische Gestalt, sondern frei erfunden. „Einzigartige Veranstaltungen an besonderen Orten“, die Vogtländischen Krimitage pflegen ihr Image. Brigitte Zengerlein aus Ellefeld besucht die Krimitage seit Jahren. „Die Lesung war sehr gut und interessant“, meint sie zu dem Abend auf Schloss Voigtsberg. Gefallen haben ihr die geschichtlichen Zusammenhänge

Vogtland-Anzeiger 11.04.2012

 

 

 

Auftakt der Krimitage

Reichenbach. Der erste Literarische Mittwoch des Jahres 2012 in der Vogtländischen Buchhandlung Reichenbach hat das Eichsfeld und das Vogtland als zwei historisch und touristisch interessante Regionen zusammengeführt. Angekündigt war eine Lesung der zur Buchmesse mit dem 1. Thüringer Krimipreis geehrten Autorin Astrid Seebach aus ihrem Krimi „Tod im Eichsfeld“. Tatsächlich erlebten  die Gäste in der gut gefüllten Buchhandlung eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Heimat, mit Zwang, Flucht oder Vertreibung und mit Bewertungen, die mehr das Materielle als den Menschen betreffen.


Der Erstling der sonst als Kinderbuchautorin und Verlegerin tätigen Preisträgerin spielt in Böseckendorf, einem kleinen Ort im Eichsfeld, der durch die Massenflucht von 53 Menschen am Tag des Mauerbaus 1961 bekannt ist. Diesem Ereignis war der Film „Böseckendorf – Die Nacht, in der ein Dorf verschwand“ gewidmet, der nach dem Geschmack der Autorin mehr der Sensationsgier als der Aufarbeitung diente. Astrid Seehaus hat ihre fiktive Geschichte im brodelnden Kessel der Zeitgeschichte gesetzt.  Geflüchtete und Gebliebene, Zugezogene und Wiedergekehrte, Liebe und Hass, Neid und Bewunderung, Vertrauen und Misstrauen treffen bei der Aufklärung des Mordes an einem Bauern aufeinander. Viele haben ein Motiv, mehrere die Gelegenheit, das Ende ist überraschend und wurde nicht verraten. Stattdessen ließ die Autorin von ihrem Mann Axel Köbele Proben von Eierlikör und Eichsfelder Stracke, einer schnittfesten und mehrere Monate gereiften Dauerwurst servieren. Astrid Seehaus schwärmte von dem Landstrich im Dreiländereck Thüringen, Hessen und Niedersachsen, der ihrer Familie seit 18 Jahren eine neue Heimat geworden ist, verteilte Ansichts- und Panoramakarten. Alles, was sie zum Thema Heimat zu sagen hat, bekommt durch ihre eigene Geschichte ein völlig neues Gewicht. Die Großeltern waren Bauern und  flohen in den Westen. Der einen Familie gelang die Flucht, für die andere endete sie tragisch. Die Eltern gingen nach Australien. „Ich war damals noch ein Kind, aber ich erinnere mich. Auf dem Schiff waren Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern und sie waren alle heimatlos“, erzählte sie. Die Frage, ob die hier Gebliebenen oder die Geflüchteten Gewinner sind, stelle sich nicht. „Menschen, die gezwungen werden, das Land zu verlassen oder ihr Land abzugeben, können nicht Gewinner sein“, meint sie. Der Stoff brannte ihr schon länger auf den Nägeln. „Nach der Ausschreibung musste es ein Krimi sein, sonst wäre es ein Drama geworden“, verriet sie. Dann wären die Veranstaltungsreihen Literarischer Mittwoch und Vogtländische Krimitage nicht bei der Lesung aufeinandergetroffen.


Gestern Vormittag verwandelte sich Astrid Seehaus in die Kinderbuchautorin zurück. In der Mylauer Grundschule gestaltete sie gemeinsam mit ihrem Mann zwei Mitmach-Lesungen für die Schüler. Dabei präsentierte sie zwei der Kinderbücher, die sie geschrieben und in ihrem Verlag herausgebracht hat. Die Schüler erlebten eine als Hexe kostümierte Schriftstellerin, die sie in die Geschichte hineinzog und mit ihnen gemeinsam sang.

Freie Presse 23.03.2012

 

 

 

 

Auftakt zwischen Bücherregalen

Einzigartige Veranstaltungen an besonderen Orten versprechen die Vogtländischen Krimitage, die morgen beginnen. REICHENBACH - Die „Vogtländischen Krimitage" beginnen morgen mit einer Lesung von Astrid Seehaus in der Vogtländischen Buchhandlung Reichenbach, die im Rahmen des Literarischen Mittwochs zu dieser Veranstaltung einlädt. Die Thüringer Autorin liest aus ihrem Buch „Tod im Eichsfeld".

Astrid Seehaus, Gewinnerin des 1. Thüringer Krimipreises 2011, stellt ihren ersten Kriminalroman „Tod im Eichsfeld" vor. Die sehr heimatverbundene 50-jährige Diplom-Biologin aus Wende bei Erfurt nimmt uns mit auf eine Reise ins Thüringer Land, genau gesagt in die Umgebung von Eichsfeld. In Böseckendorf wird während eines heftigen Sommergewitters Georg Stahlmann brutal mit einer Mistgabel auf seinem Hof erstochen. Schnell wird klar, dass so manchem in dem kleinen ehemaligen Grenzdorf der Tod des wohlhabenden Großbauern, der 1991 aus dem Westen zurückgekehrt war, sehr gelegen kommt. Es ist nun Aufgabe des Kriminal-Kommissars Frank Rothe, diesen Fall aufzuklären. Aber auch er hat so seine privaten Alltagsprobleme und liebevoll verknüpft Astrid Seehaus diese in die parallel laufende Ermittlung ein. Relativ zügig erkennt der Leser, welche Abgründe sich auch in einem so kleinen Dorf auftun, wenn erst einmal der Blick des Betrachters tiefer in die Materie dringt und die Oberfläche Idylle gegenüber den Tatsachen beginnt zu schwinden. Hass, Neid und Gier brodeln hier seit langem unter der Oberfläche, sodass fast jeder ein Motiv hätte. Doch wer ist wirklich der Täter?

Astrid Seehaus verknüpft mit ihrem Kriminalroman lustige, kuriose und dramatische Geschichten aus dem ländlichen Raum, welche sie der mündlichen Überlieferung ihrer Eltern und Großeltern verdankt. So entstand bereits vor einigen Jahren die Idee, einen Krimi zu entwickeln, der in Eichsfeld spielt. Das Ergebnis brachte ihr glatt den 1. Preis des Thüringer Krimipreises 2011 ein. Besucher der Lesung dürfen sich auf etwas ganz Besonderes freuen, denn Astrid Seehaus bringt neben ihrem Buch Eichsfelder Spezialitäten zur Verkostung für das Publikum mit.

Freie Presse 20.03.2012

 

 

 

Radfahrerin wirbt für Krimitage

Krimitage in den Startlöchern

Netzschkau. Die Vogtländischen Krimitage des Fördervereins Schloss Netzschkau starten am 21. März und bieten bis zum 9. Juni 30 Aktivitäten mit mehr als 40 Akteuren an 26 verschiedenen Orten. Erstmals geht die Veranstaltungsreihe über den Vogtlandkreis hinaus. „Die Greizer Bibliothek ist der erste Veranstaltungsort außerhalb des Vogtlandkreises. Gerade im Thüringer Teil des Vogtlandes sehen wir noch Potenzial.“, so Vereinschef Volker Steps. Die Veranstaltungsreihe hat sich etabliert und immer mehr zu einem Lese- und Literaturfest entwickelt. Neben reinen Krimiautoren wurden Schriftsteller und Buchautoren eingeladen, die auch außerhalb der Krimisparte einen Namen haben wie Mirjam Pressler, Mischa Bach, Linus Reichlin oder Kai Hensel. Nachdem in den Vorjahren die Stadt Reichenbach nur selten als Tatort gewählt wurde, finden in diesem Jahr gleich mehrere hochkarätige Veranstaltungen in der Neuberinstadt statt. „Die Partner hier sind sehr aufgeschlossen. Wir bekommen sehr viel Unterstützung durch Vereine, Unternehmen und durch die Stadtverwaltung“, erklärt der Fördervereinsvorsitzende.

Im Schloss Netzschkau wirke sich die Schornsteinsperrung negativ aus. Der einst einzige beheizbare Raum kann nur bedingt genutzt werden Eine tragende Säule sei die Zusammenarbeit mit vielen Partnern, vor allem auch an den Veranstaltungsorten. Dem Motto „Einzigartige Veranstaltungen an besonderen Orten“ ist der Verein treu geblieben. Neue Veranstaltungsorte sind beispielsweise das Natur- und Umweltzentrum, wo Krimiförster Christian Oehlschläger im Objekt und im finsteren Wald liest. Im Alten Wasserwerk (Park der Generationen) findet die erste Ladies Crime Night statt. Hier wird auch ein wissenschaftliches Buch zum 30-jährigen Krieg vorgestellt, der im Vogtland weniger durch Kampfhandlungen als durch Mord und Totschlag in Erinnerung blieb. Udo Scheer liest am Gymnasium von Jürgen Fuchs aus seiner neuen Biografie über den gemeinsamen Freund Günter Ullmann und beleuchtet die kriminellen Methoden der Stasi. Ins Veranstaltungsforum der Vogtland Philharmonie kommt Mirjam Pressler. Hier ist das neue Bildungszentrum für Jüdisch-Christliche Geschichte und Kultur mit von der Partie. Stefan Harbort spricht in Greiz über seine Erfahrungen bei der Aufklärung von Serienmorden. An der Burgruine Liebau gibt es ein Mitmachspiel für große und kleine Kinder. Neu sind auch das Haus Caroline („Hochhaus“ im Neubaugebiet Reichenbach), die Zahnarztpraxis Kirsten und der Saal der Sparkasse. Bereits zum sechsten Mal dabei ist das Amtsgericht Auerbach. Fester Programmbestandteil sind die Krimiblutspende im Schloss, Lesungen im Schloss Treuen und im Alaunbergwerk Plauen oder im Küchenstudio Geipel. Kulinarische Lesung, Whisky-Tasting, Buchpremiere, bebilderte Vorträge, Berg- und Wasserwerksführung, musikalische Umrahmung, Wanderung durch den Wald, aufwändige Dekorationen und vieles mehr gehören zum Programm.

Krimibegeisterte können sich wieder für eine Wohnzimmerlesung bewerben. Bei einer generationsübergreifenden Schreibwerkstatt können Schreibbegeisterte ausprobieren. „Wir werden von der Kulturstiftung Sachsen, vom Kulturraum Vogtland-Zwickau, vom Vogtlandkreis, mehreren Städten, der Sparkasse, dem Förderverein für deutschsprachige Kriminalliteratur finanziell unterstützt. Nur dadurch war es möglich, noch mehr bekannte Autoren einzuladen. Gleichzeitig geben wir Nachwuchsautoren die Möglichkeit, ihre Bücher vorzustellen“, so Volker Steps. Die öffentlichen Veranstaltungen werden durch Lesungen an Schulen ergänzt. Gestartet wird am 21. März mit dem Literarischen Mittwoch in der Vogtländischen Buchhandlung und der Gewinnerin des 1. Thüringer Krimipreises Astrid Seehaus. Das Ende bildet die Kriminacht im Schloss Netzschkau am 9. Juni. www.krimitage-vogtland.de und auf Facebook

Freie Presse 14.03.2012

 

 

Ein Mords-Spektakel im Vogtland

Krimitage mit 20 Autoren an 26 Tatorten

Wenn das kein Mords-Spektakel wird: Die Vogtländischen Krimitage stehen vor der Tür. Vom 21. März bis 9. Juni geht es an 26 Tatorten zur Sache. Um die kriminellen Eskapaden kümmern sich die Mitstreiter des Fördervereins Schloss Netzschkau. Die Strippenzieher der beliebten Veranstaltungsreihe haben wieder ein spannendes Me-nü mit 30 Autoren vorbereitet. Tödliche Gefahr ist im gesamten Vogtland im Anzug. An überraschenden Wendungen wird es nicht fehlen, versprechen die Organisatoren. Die Schauplätze der einzelnen Fälle könnten unterschiedlicher kaum sein. Strafrechtliche Konsequenzen werden im Amtsgericht Auerbach aufs Korn genommen. Unter dem Motto „Stehpinkeln ab 22 Uhr verboten" geht es auch um ganz menschliche Bedürfnisse. Die Mafia schlägt in der Sparkasse Reichenbach zu.

Bei den Vogtländischen Krimitagen geht es wieder um Mord und Totschlag. Das Publikum kann an den Tatorten hautnah mit dabei sein. Reichenbach zu. Kulinarische Kurzkrimis werden im Hotel Lengenfelder Hof serviert, garantiert tödlich vom ersten bis zum letzten Bissen. Als Krimi-Autor muss man schon mit allen Wassern gewaschen sein. Erst recht, wenn plötzlich eine Wasserleiche auftaucht. Gelesen wird im Reichenbacher Park der Generationen. Natürlich im alten Wasserwerk. Auge um Auge, Zahn um Zahn. In der Verbrecherwelt wird nicht lang gefackelt. Im Mylauer Gärtnerhaus stoßen die Ermittler auf Blut. Bei den Krimitagen fließt aber auch echtes Blut. Zum vierten Mal bittet der DRK-Blutspende-dienst im Schloss Netzschkau zum Aderlass. Selbst das eigene Wohnzimmer kann zum Tatort werden. Vorausgesetzt, man beteiligt sich am Gewinnspiel. Auftakt der Mordserie ist in der Vogtländischen Buchhandlung an der Zenkergasse in Reichen-bach. Astrid Seehaus blättert in den düsteren Kapiteln einer Familienchronik. Die Spur der Täter führt ins Internet. Unter www.krimitage-vogtIand.de gibt es mehr mörderische Tipps.

Blick 10.03.2012

 

2011

 

 

 

Nichts ist so spannend wie die Realität

Die Amtsgerichtsdirektorin Inge Bahlmann konnte zum diesjährigen Krimi-abend im Amtsgericht Auerbach ein Jubiläum verkünden; zum 5. Mal fand dieses jährliche Event im Rahmen der Krimitage Vogtland und des Projekts „Kunst & Justiz“ in diesen Tagen statt. Und der Zulauf wird immer größer. In diesem Jahr lockten der ehemalige Kriminaloberrat Klaus Dalski und der Verleger für historische Kriminalliteratur Michael Kirchschlager viele interessierte Bürgerinnen und Bürger in den großen Sitzungssaal des Amtsgerichts Auerbach. Die Veranstaltung war bereits seit Wochen ausgebucht.

Gleich zu Beginn des Abends stellten die beiden Referenten die Frage „Gibt es den geborenen Verbrecher?“. Nein, es gibt ihn nicht – aber es gibt Prägungen und psychologische Bedingungen, die (fast) jeden zu einem Verbrecher machen könnten. Aus dem langjährigen Erfahrungsschatz als Kriminalermittler schilderte sodann Klaus Dalski – im Gespräch mit seinem Verleger-Fälle aus seiner beruflichen Praxis, voller Spannung, Absurdität aber auch Witz und Skurrilität. Manches sprengte die Vorstellungskraft der Zuhörer, aber Klaus Dalski legte Wert darauf, dass er nichts hinzugefügt hat. Vielmehr gelang es ihm in wunderbarer Weise, den Ernst und die Ernsthaftigkeit der Ermittlungsarbeit genauso herauszustellen, wie manche psychischen Beson-derheiten im Tathergang mit Humor zu nehmen. Der Abend bewegte die Zuhörer, die den anschließenden traditionellen Sektempfang im Amtsgericht Auerbach gerne zu weiterführenden Dis-kussionen nutzen – und sich schon auf den 6. Krimiabend im Amtsgericht Auerbach im Jahr 2012 freuen.

Medieninfo Gericht 23.05.2011

 


 

Krimitage doppelt kulinarisch

Lesungen in Theuma und Unterwürschnitz

THEUMA/UNTERWÜRSCHNITZ - Essen und schaudern, das ist das Motto zweier Veranstaltungen der Krimitage Vogtland am Freitag und Samstag. Bei Küchen-Geipel in Theuma liest am Freitag, 19 Uhr die Journalistin und Buchautorin Nina George aus ihren Kurzkrimis. Dazu kredenzen Koch Frank Range und das Team des Küchen-Studios Kulinarisches. Karten für Lesung/Büfett gibt es bei Küchen-Geipel, Ruf (037463) 83546.

Am Samstag dreht sich alles um die Kartoffel. 13 Uhr startet am Oberen Bahnhof in Plauen eine Radtour (etwa 30 Kilometer) nach Teschendorf. Am Bürogebäude der Agrargenossenschaft Tirschendorf beginnt 15.30 Uhr eine Wanderung auf dem Vogtländischen Knollensteig nach Unterwürschnitz. Im Bürgerhaus Unterwürschnitz liest ab 17 Uhr Ella Theiss, die in ihrem Krimi über den Kartoffel-Anbau am Niederrhein eine Verbindung zum Vogtland entdeckt hat. Für die Veranstaltung hat sich Theiss mit Ulrich Wenzel vom Vogtländischen Knollenring, Kartoffel-Chronist Winfried Taubner aus Unterwürschnitz, dem Radkulturzentrum Vogtland und dem Förderverein Schloss Netzschkau zusammengetan. Karten gibt es in der Buchhandlung Am Markt Oelsnitz, Ruf 037421 23633, oder im Internet unter www.krimitage-vogtland.de

Freie Presse 17.05.2011

 


Nachfahre von Henkern erzählt

Gruselzeit am Samstag in Oelsnitz: Der Münchner Autor
Oliver Pötzsch verriet, warum er ein Richtschwert im Keller hat.

OELSNITZ — Auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz war am Samstag kurz vor Mitternacht alles angerichtet für ein historisch-kriminelles Ereignis: Die Burg war Schauplatz der 13. Lesung der diesjährigen Krimitage Vogtland. Autor Oliver Pötzsch las in passendem Ambiente aus seiner bisher als Trilogie vorliegenden "Die Henkerstochter": Es flackerten Hexenfeuer und zeigten den Weg mit gespenstischem Licht, eine düstere Gestalt kauerte vor der Türe, im Innenhof des Schlosses baumelten zwei Bedauernswerte am Galgen.

Wegen der parallel ausgestrahlten Popmusik-Europameisterschaft und der nachtschlafenden Zeit war zu befürchten, dass sich vielleicht mal eben zwei Dutzend Besucher zum Schloss aufmachen. Aber weit gefehlt - es waren 80. Sie erlebten eine äußerst unterhaltsame Lesung. Das lag zum einen an der schriftstellerisch im Detail so noch nicht erschlossenen Thematik. Zum anderen, und das erwies sich als eigentlicher Knaller: Pötzsch ist Nachfahre einer der berühmtesten Henker-Dynastien Süddeutschlands. "14 meiner Altvorderen übten dieses Amt aus, als Letzter legte es mein Ur-Ur-Ur-Opa Max Kuisl im Jahre 1807 nieder. Trotz meines Stammbaumes habe ich ‚Die Henkerstochter‘ aber nicht wegen einer gewissen Erbschuld geschrieben und ich habe auch keine Folterwerkzeuge daheim im Keller." Dafür ein Henkersschwert, dass er auf einem Mittelaltermarkt erwarb. Als er dafür eine Quittung erwarb, staunte der Verkäufer nicht schlecht, weil er auf das "Warum?" diese Antwort bekam: "Aus beruflichen Gründen."

Pötzsch gelang es, die Besucher in seinen Bann zu ziehen – mit historisch belegten Texten, basierend auf Ahnenforschung eines Familienmitglieds, verknüpft mit Fabulierkunst und bildreicher Sprache. Er brach die Lanze für einen einstigen Berufsstand, der für mehr stand, als Menschen um einen Kopf kürzer zu machen oder sie aufs Rad zu flechten, Dieben die Hand abzuhacken oder Hexen zu foltern. "Henker waren wie Huren und ihre Zuhälter, Müller, Glücksspieler oder auch Gerichtsdiener vor 400 Jahren so genannte Ehrlose - nicht gemocht in der Gesellschaft, sogar geächtet, aber doch gebraucht. Und sie wurden nach Leistung bezahlt, hatten sogar eine Ausbildung zu absolvieren. Wie zum Beispiel ein Schreiner sich als Lehrling über den Gesellen bis zum Meister hochzudienen hatte, so traf das auch auf die Henker zu: Als Meisterstück mussten sie eben eine anständige Leiche vorzulegen." Pötzsch erzählte, dass seine Vorfahren an Toten anatomische Studien machten. Wegen ihrer Kenntnisse und geringer Preise waren sie gefragte Heilkundler. "Aus menschlichen Resten Pillen, Cremes oder Salben herzustellen und zu verkaufen - das war für einen Henker und die Kranken damals ganz normal."

Freie Presse 16.05.2011

 


U.S. Levin mischt Medizin mit Zynismus

"Satirisch kriminell" ging es am Mittwoch bei den Krimitagen Vogtland zu

DORFSTADT —Viel ist schon gesagt und geschrieben worden über das kränkelnde Gesundheitswesen. Dessen Auswüchse sind auch an Uwe Bauer alias U. S. Levin ganz und gar nicht spurlos vorbeigegangen. Im Beuteschema des Satirikers nehmen sie vielmehr einen mittigen Platz ein. Wie scharf der Senf ist, den er dazu gibt, haben Klinikpatienten und Gäste vorgestern hören dürfen und sichtlich genossen.

Während der Lesung machte das Publikum Bekanntschaft mit U. S. Levins "medizynischen" Büchern. Eines trägt den bezeichnenden Titel "Eiterherd ist Goldes wert". Darin kommt ein Krankenhausbesucher vor, der auf Abwege gerät und sich unfreiwillig im grünen Kittel wiederfindet. Später muss er feststellen, dass er "dank" Ärztemangel nicht der einzige praktizierende Laie im Haus ist. Auf den Zahn fühlt er auch gestandenen Dentisten und ihren Ernährern. Ausführlich porträtiert wird ein Zahlungsverweigerer, der seine Zähne bei der Krankenkasse als Pfand für die Arztrechnung hinterlegen und sich daraufhin, wie Levin bildhaft beschreibt, "mit leerer Kauleiste durchs Leben beißen" muss.

Und Levin hat noch eine andere Vorliebe: die Welt der Gangster, Gauner und Ganoven. Versammelt ist das zugehörige Geschichtenarsenal in seinem vorletzten Werk "Doppelt hält schlechter". Dabei handelt es sich um eine Art Kuriositätenkabinett, angefüllt mit skurrilen Meldungen aus aller Welt, unterfüttert mit eigenen, ironisch aufbereiteten Betrachtungen. Beim Reimen ist Uwe Bauer kein Grat zu schmal und kein Eisen zu heiß. Die Erzählungen, Aphorismen und Sprüche sind Auszüge aus einigen seiner bisherigen Werke.

Freie Presse 13.05.2011

 


Mordsspannung am Krimiabend

Die vogtländischen Krimitage gehen weiter:
"Gegensätzlich kriminell" heißt es morgen – am Freitag, dem 13..

Reichenbach. Zwei Krimiautoren widmen sich morgen ab 19.30 Uhr dem Gegensatz von Mann und Frau. Als Veranstaltungsort wurde das historische Umspannwerk der Stadtwerke Reichenbach ausgewählt. Bereits ab 18.15 Uhr findet dort für maximal 15 Personen eine sachkundige Führung durch die Anlage statt. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke Reichenbach zeigt die liebevoll restaurierten Altanlagen und Transformatoren aus den Anfängen der Energieversorgung in der Neuberinstadt und gewährt einen Einblick in die moderne Schaltzentrale. Das 1922/23 erbaute Umspannwerk an der Rosa-Luxemburg-Straße wurde im Jahr 2000 restauriert.

Ehe, Mord, Mütter, Sex - in der Lesung von Tessa Korber und Christian Klier werden wichtige Fragen des Lebens beleuchtet, aus männlicher und weiblicher Sicht. Wovon träumen Mann und Frau beim Anblick nackter Körper auf Plakatwän den? Welche Rolle spielen die Mütter von Kommissarinnen und Kommissaren bei wichtigen Ermittlungen? Die Antworten stehen in der Krimianthologie "Das Leben ist mörderisch" von Tessa Korber und im Krimi "Klotz, der Tod und das Absurde" von Christian Klier. Die Bücher werden morgen Abend vorgestellt.

Christian Klier wurde 1970 geboren. Seine Mutter meinte, das sei kein reines Vergnügen gewesen. Er selber empfindet eher die Jahre seither als gewöhnungsbedürftig. Um seelisch gesund zu bleiben, quält er Schüler mit Deutsch- und Französischunterricht. Ansonsten hört er seit Jahren mit dem Rauchen auf und Musik an, die keiner kennt. Manchmal schwärmt er von seinen Zeiten im Nachttaxi. "Klotz, der Tod und das Absurde" ist sein erster Krimi. Sechs weitere sind in Planung. Das Absurde gibt eben viel her. Tessa Korber ist Jahrgang 1966, lebt und schreibt in der Nähe von Nürnberg. Sie hat Literatur studiert und Geschichte. In letzterem Fach war sie jedoch nur mittelmäßig, weil Geschichten sie immer mehr interessiert haben und sie sich keine Jahreszahlen merken kann. Alle ihre Versuche, etwas im bürgerlichen Sinne Richtiges zu arbeiten, hatten immer irgendwie mit Büchern oder Text zu tun. Am Ende blieb sie dabei, einfach Bücher zu schreiben, inzwischen an die 20 Stück, Krimis, historische Romane und Fantasy, letzteres unter Pseudonymen. Ansonsten liest sie und pflegt ihre zwei Kinder, ihre Freunde, Katze und Hund. Jüngst sind von ihr erschien: "Die Magd und die Königin", "Die Hüte rin", "Das Erbe der Schlange". Kri mis: "Toter Winkel", "Tiefe Schat ten", "Falsche Engel", "Triste Töne", "Kalte Herzen", "Teurer Spaß" und die Stories für "Das Leben ist morderisch".

Freie Presse 12.05.2011

 


 

Wie sich Kinder vor Gewalt schützen können

Die Ausstellung "Achtung in der Schule" zur Gewaltprävention ist zurzeit im Reichenbacher Gymnasium zu sehen. Die Schüler haben im Rollenspiel dazugelernt.

Reichenbach. Die Plakatausstellung "Achtung in der Schule" zur Gewaltprävention ist zurzeit im Reichenbacher Goethe-Gymnasiums zu sehen. Die Stellwände befinden sich in der Mensa des Schulteils Friedensschule. Schüler der Klasse 6/1 haben sich als erste mit den jugendgemäß gestalteten Plakaten vertraut gemacht. Dabei wird gezeigt, dass Gewaltviele Facetten hat und unter Jugendlichen häufig vorkommt. Rangeleien im Klassenzimmer, auf dem Schulhof oder den Schulweg sind keine Seltenheit und können zu Unfällen führen. Einen breiten Raum nehmen auch andere Formen der Gewalt wie Mobbing ein, das zu seelischen Störungen führen kann.

Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) - eine Kooperation der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung mit Krankenkassen sowie die Unfallkassen haben die Wanderausstellung für Schulen und Jugendeinrichtungen zur Verfügung erarbeitet. Sie wendet sich an Schüler der fünften bis zehnten Klassen. Die zehn Plakate informieren über Situationen, die zum Konflikt führen können. Sie geben Anregungen, wie man sich schützen kann und wie die Schüler zu einer von Gemeinsamkeit geprägten Atmosphäre kommen kann.

Die Ganztagsklasse 6/1 hat sich bewusst mit dem Thema beschäftigt, denn die Schüler meinen: Es könnte einiges noch besser laufen bei uns. Deshalb haben sie gemeinsam mit Klassenleiterin Anja Leistl und Beratungslehrerin Caren Uhlmann einen Projektnachmittag zum Thema Mobbing veranstaltet. Kriminalhauptkommissar Matthias König vom Präventionsteam des Polizeireviers Auerbach hatte einen Situationsfilm mitgebracht, über den rege diskutiert wurde. Bei Rollenspielen konnten die Schüler erleben, wie sich jemand fühlt, der gemobbt und ausgegrenzt wird. Lukas Popp meldete sich freiwillig für ein Spiel, bei dem er das Zimmer verlassen musste. Seine Mitschüler erhielten die Aufgabe, ihn nach der Rückkehr demonstrativ zu ignorieren. "Das war seltsam", gestand der Junge anschließend. Keiner seiner Freunde hatte reagiert, als er Kontakt aufnehmen wollte. Alle hatten sich abgewandt. Im Rahmen der beiden Projektstunden lernten die Sechstklässler auch einiges zum Verhalten bei Gefahren und zum Schutz der Privatsphäre in den neuen Medien. Der Kriminalist musste viele Fragen beantworten.

Die Ausstellung ist Bestandteil des Programms der Vogtländischen Krimitage, die sich wie schon in den Jahren zuvor auch dem Thema Prävention zuwenden.

Freie Presse 10.05.2011

 


 

Autor und Publikum bibbern gemeinsam

In Jan Fliegers Krimis scheint alles klar zu sein, doch dann kommt es völlig anders. Die Gäste in Mylau harrten daher trotz empfindlicher Kälte aus.

MYLAU - "Das war meine schönste Lesung mit diesem Buch." Der Leipziger Krimi- und Kinderbuchautor Jan Flieger war am Samstagabend ganz hingerissen im Gärtnerhaus unterhalb der Burg Mylau. Er las im Rahmen der Vogtländischen Krimitage aus seiner Anthologie "Dunkel ist der Weg der Rache". In schwarz-humorigen Kurzkrimis geht es um die Beseitigung von Ehepartnern oder einer unbeliebten Lateinlehrerin, um eine Handgranate im Geheimfach und eine grausame Wette.

Die Geschichten erscheinen dem Zuhörer relativ logisch, vieles ist vorhersehbar, eigentlich alles klar. Doch dann kommt eine jähe Wendung oder eine überraschende Lösung. Dabei greift der Autor bekannte und manchmal eskalierende All-tagssituationen auf, die er spannend und humorvoll erzählt. Er erwies sich gleichermaßen als meisterhafter Geschichtenschreiber wie als beeindruckender Vorleser und Erzähler. Selbst die Männer in der Runde nahmen ihm Bemerkungen wie "Frauen morden einfach intelligenter" nicht krumm.

Unter den Gästen waren "Wiederholungstäter", die mehrfach Krimiveranstaltungen der Reihe erlebt haben, aber auch neue Besucher in der fast familiären Gemeinschaft im Gärtnerhaus. Jan Flieger staunte über die Aufmerksamkeit des Publikums, das trotz einsetzender Abendkühle noch eine Geschichte als Zugabe hören wollte. Aufgrund des angenehmen Sommerwetters hatten die Gastgeber Sabine und Hans Fischer die Lesung kurzerhand ins Freie gelegt. So entspannte sich die Platzsituation der ausverkauften Veranstaltung merklich. Franz Beckert umrahmte die Lesesequenzen mit Improvisationen auf der Gitarre.

"Sie haben wunderbar gelesen", lobte Dagmar Schliephake aus Mylau. Der Gast gab das Kompliment zurück: "Ihr habt hier ein klasse Publikum." Vor der Lesung war Jan Flieger auf seine zu DDR-Zeiten teilweise in beiden deutschen Staaten erschienenen Bücher eingegangen, was für reichlich Gesprächsstoff in der Pause sorgte. Der Leipziger war mehrfach bei den Krimitagen im Vogtland zu Gast, bisher immer im Schloss Netzschkau, das er am Nachmittag besichtigt hat. "Jetzt habe ich erst einmal gesehen, was das für ein schönes Schloss ist. Vor allem die Kachelöfen sind eine Schau", meinte er. Am meisten hatte ihn jedoch ein Geheimfach in einem historischen Schrank fasziniert – das erinnerte ihn an die Handgranatengeschichte aus seinem Buch.

Freie Presse 09.05.2011

 


 

Satirisches rund um den Alltag

FALKENSTEIN - Eine Lesung gestaltet der Leipziger Buchautor U. S. Levin am kommenden Mittwoch im Rahmen der Vogtländischen Krimitage. In der Berufsgenossenschaftlichen Klinik im Falkensteiner Ortsteil Dorfstadt liest er ab 19 Uhr unter dem Motto "Das darf doch nicht wahr sein". In seinem jüngsten Buch "Doppelt hält schlechter" hat der Satiriker die kleinen, unscheinbaren Begebenheiten des Alltags aufgegriffen und zu einem Sammelsurium spitzfindiger und pointierter Texte verarbeitet. Lieblingsthema des Autors sind die kleinen Missgeschicke von Ärzten und Patienten sowie die skurrilen Auswüchse des Gesundheitswesens.

Freie Presse 07.05.2011

 


 

Mehr als Bücher für Teenies

10 Jahre Jürgen-Fuchs-Bibliothek: Schriftstellerin Antje Babendererde liest aus "Indigosommer". Eine fesselnde Liebesgeschichte in einem Indianerreservat.

REICHENBACH - Am 21. Mai öffnet die Jürgen-Fuchs-Bibliothek von 9 bis 14 Uhr aus Anlass des Aktionstages "Kultur gut stärken" ihre Türen. Als Bonbon gibt's für jeden Neuanmelderein Jahr ohne Gebühren. Außerdem erfolgt die Übergabe von Büchergutscheinen für die Gewinner des Bibliotheks-Quiz', das sich mit Fragen unter anderem zum Namensgeber der Einrichtung und wie der Tag der offenen Tür in die aktuelle Veranstaltungsreihe zum zehnjährigen Bestehen der Jürgen-Fuchs-Bibliothek einreiht. Zu den Gewinnern dürfen sich schon mal jene Schüler zählen, die gestern in zwei Lesungen in Rathaus und Bibliothek Antje Babendererde lauschen durften. Die Autorin aus Thüringen las zunächst im Rahmen der Vogtländischen Krimitage vor Sechstklässlem und wenig später in der Bibliothek vor der 8/1 des Goethe-Gymnasiums aus ihrem Jugendbuch "Indigosommer".

Liebe und Hass der Enkel
Darin entwirft sie mit viel Liebe zur Natur an der Westküste der Vereinigten Staaten eine in dramatische Verwicklungen gebettete Liebesge-schichte zwischen einer 15-jährigen Deutschen und einem kaum älteren Indianer, der wie die anderen Qui-leute-Indianern in La Push lebt. So heißt die Siedlung in dem Quileute-Reservat. Dorthin fallen im Buch wie in Wirklichkeit weiße Amerikaner zum Wellenreiten ein. Zum Abfeiern am Strand mit Alkohol, Joint und Sex. Dieses nicht konfliktfreie Aufeinandertreffen der Enkel-Gene-rationen lieferte die Romanidee. Auch im Buch kommen Weiße, in deren Adern (noch immer) das Blut der Eroberer fließt. Es sind Menschen, die die Natur als ihr Eigentum betrachten, sie benutzen und nicht mit ihr leben. Ein warmer Applaus der Schüler um Lehrerin Sabine Dietz, herzliche Worte von Bibliotheksmitarbeiterin Regina Köthe und etliche Autogrammwünsche entließen die Autorin nach einem Vorlesemarathon nach Hause.

Dort, in einem vor dem Verfall geretteten Fachwerkhaus, soll ein neues Buch mit ihrem großen Thema entstehen. Allerdings kämpft sie seit ihrem jüngsten Besuch im Pinridge-Reservat in Süddakota mit ei-ner Schreibblockade. Die geht auch auf die Erlebnisse in diesem Reservat zurück. Während ihres jüngsten Besuchs dort hatten sich vier Kinder umgebracht.

Ein Reservat ohne Hoffnung
"Dort erfahren viele Kinder seit Generationen keine Liebe und Hoffnung mehr, da ihre Eltern sich aufgegeben haben. Die Kinderselbstmordrate ist extrem hoch", erzählte Antje Babendererde. Außerdem ist die Krebsrate hoch, da viele Indianer das Brunnenwasser des Reservats trinken. Und das ist vom Uranabbau in den Black Hills radioaktiv belastet. Davon erfahren die Leser ihrer Bücher erst nach und nach. Im Vordergrand steht die gut erzählte Geschichte. "Wenn die fesselt, dann lesen sie auch das andere." Das Ergebnis kann in Form einer E-Mail einer 16-Jährigen an sie so aussehen: "Eine wundervolle Geschichte, die auch nachdenklich macht. Es ist keins dieser Teeniebücher, in denen es immer um Klamotten, Frisuren und kitschige Liebesbeziehungen geht."

Freie Presse 06.05.2011

 


 

Richter liest eigene Krimis

Autor Kai Leuner ist am Literarischen Mittwoch in Reichenbach
zu Gast gewesen: Er hat dabei einen Blick in die ansonsten
verschlossene Welt der Justiz gewährt.

Der Autor Kai Leuner, der inzwischen drei Krimis herausgebracht hat, klärte während der Lesung am Mittwoch in der Vogtländischen Buchhandlung im Rahmen der Krimitage auf: "Meine Krimis spielen allesamt im Bereich der Justiz, in der die meisten Menschen nicht zuhause sind. Das möchte ich mit einer Welt verbinden, die dem Leser aus seinem Leben bekannt ist. Die Leute kommen sich dadurch im Buch vor wie im Film." Besucher Lutz Behrens aus Plauen hatte zuvor gefragt, warum ein ausgewiesener Amerika-Freund wie Leuner seine S Krimis in Dresden und nicht in New York spielen lässt?

Dresden sei gut für seine Zwecke geeignet, so Leuner, obwohl die Touristenplätze keine tragende Rolle im Buch spielen. Den Effekt des Regionalkrimis habe er an sich selbst ausprobiert in den Vereinigten Staaten. Er habe in Washington Plätze aufgesucht, von denen er zuvor in Krimis gelesen hatte, um zu erfahren, wie es dort tatsächlich aussieht, beschrieb er. Leuner hatte während der Lesung sein drittes Buch, "Jagd auf den Anwalt", vorgestellt. Es spielt wie die beiden Vorgänger im Justizmilieu, das der Autor bestens kennt. Er hat mehrere Jahre als Staatsanwalt im Bereich Wirtschaftskriminalität gearbeitet, bevor er vor einigen Monaten die Seiten wechselte und ein Richteramt übernahm.

An aktuellen Beispielen verdeutlichte Leuner, wie schnell jemand in die Fänge der Justiz geraten kann. "Dazu muss man nicht unangemeldet zu früh nach Hause kommen wie der Protagonist im Buch", meinte der Jurist und führte Beispiele aus dem Straßenverkehr und aus der Wirtschaft an. "Wenn große Zahlen mit vielen Nullen auftauchen, werden die Menschen schwach, auch die, die es besser wissen müssten", weiß er aus Erfahrung. Auch für Autofahrer gebe es Situationen, aus denen eine Katastrophe werden kann. Obwohl die Figuren und Handlungsstränge im Buch rein fiktiv seien, kenne er Fälle, die nicht weit entfernt liegen. Als Autor müsse er in beide Richtungen regulieren. Zum einen könnte das reale Geschehen wie eine Gerichtsverhandlung schrecklich langweilig sein, und der Leser würde das Buch schnell weglegen. Zum anderen gebe es Ereignisse, die niemand glauben würde. "Die Realität kommt mitunter so daher, als wäre sie schlecht erfunden", meinte er. Leuners Romanheld habe einen erfolgreichen Tag gehabt, bis er nach Hause kam und seine Frau in flagranti ertappte. "Wenn irgend etwas nicht mehr besser werden kann, dann wird es oft grandios schlecht", stellte der Krimiautor fest. Unter den Gästen der Lesung in Reichenbach war auch die Rodewischer Krimiautorin Maren Schwarz. Sie nutzte die Zeit nach der Lesung aus, um mit Leuner über Autoren, über ein Syndikat als Gemeinschaft der deutschsprachigen Krimiautoren und neue Bücherprojekte zu sprechen.

Freie Presse 23.04.2011

 


 

Der Mensch in extremen Situationen

Krimitage im Vogtland. Noch bis 19. Juni geben sich Krimiautoren zu Lesungen die Klinke in die Hand. Zum Literarischen Mittwoch kam Kai Leuner in die Vogtländische Buchhandlung Reichenbach.

Reichenbach - Juristen eilt ein Ruf voraus: die Zimmertemperatur sinke mindestens um zwei Grad, wenn einer aus dieser Zunft das Zimmer beträte. Kai Leuner, ein Jurist aus Dresden ist eine Ausnahme dieser Regel. Er ist ein freundlicher Mann, des Jahrgangs 1974. Nach seinem Studium arbeitete er als Staatsanwalt in Wirtschaftssachen. Inzwischen amtiert er als Richter und nimmt sich die Zeit, lesenswerte Krimis der beliebten Kategorie Regionalkrimi zu schreiben. Nach "Schüsse auf den Staatsanwalt" und "Kardinalfehler" hat er mit "Jagd auf den Anwalt" bereits seinen dritten Dresden-Krimi im Prolibris Verlag vorgelegt.

Die "Jagd auf den Anwalt" hatte Kai Leuner nach Reichenbach mitgebracht. Dahinter steckt eine spannende Geschichte, die vom Verlag so angekündigt wird: "Michael Krohn lebt auf der Sonnenseite: Er arbeitet in Dresdens nobelster Anwaltskanzlei und ist mit der attraktiven Tochter des Seniorpartners verheiratet. Doch innerhalb weniger Stunden bricht seine Welt zusammen. Er ertappt seine Frau Julia mit einem Kollegen. Es kommt zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Wenige Minuten später ist der Nebenbuhler tot und Michael auf der Flucht. Und nicht nur die Polizei jagt ihn. Auch seine Kanzlei setzt skrupellose Privatermittler auf ihn an. Denn ohne es zu wissen, trägt Michael ein brisantes Geheimnis bei sich ..."

Zur Lesung nahm Kai Leuner die diesmal leider nur ein gutes Dutzend ausmachende Zuhörerschar zum Ausgangspunkt der den Roman bestimmenden, "atemberaubenden Hetzjagd voller überraschender Wendungen" mit. Das war gut geschrieben. Kurze Sätze vermittelten regionales Kolorit. Ständig passierte etwas. Die Figuren wurden plastisch vorgestellt und überzeugten (wenn auch nicht in jedem Detail). Dazwischen gab der Autor immer wieder erhellende Auskünfte, über sein Schreiben, die Tücken der Verlagssuche oder die Wahrscheinlichkeit von Krimihandlungen ein. Das belebte die Lesung, die sowieso das Problem hatte, vom Krimi und seiner Lösung nicht zu viel verraten zu dürfen, damit die Spannung des potentiellen Lesers erhalten blieb. So plauderte Kai Leuner über Handwerkliches beim Schreiben. Dass er zum Beispiel die Handlung nicht akribisch plane, sondern sich auch immer wieder von der Entwicklung überraschen lasse. Er klärte auch über seine Motivation auf: So käme es ihm in seinen Büchern vor allem darauf an, "den Menschen in extremen Situationen zu zeigen". Er erzählte von der großen Bedeutung, die ein Lektor für den Autor habe. So merze ein Lektor sprachliche Klischees aus (und übersah doch den zur Lesung zitierten Satz: "Heiße Tränen rannen über sein Gesicht") oder weise auf sich einschleichende, logische Fehler im Handlungsverlauf hin.

Kai Leuners Held, der smarte Anwalt, entscheidet sich, nachdem er den Geliebten seiner Frau durch einen Pistolenschuss in den Rücken getötet hat, zur Flucht. Und auch hier beweist der Autor sein literarisches Vermögen. Er schildert nicht nur nachvollziehbar und realistisch die bei einer solchen Flucht in Deutschland auftretenden Schwierigkeiten und zu überwinden-den Hürden, sondern lässt den Leser auch an einer Selbstbefragung seines Anwalts teilhaben. Sein flüchtender Anwalt kommt zu dem gleichen Schluss wie in dem bekannten Gleichnis: Warum soll ich mich zwanzig Jahre lang täglich mehr als zehn Stunden krumm legen, um dann mein Leben zu genießen, wenn" ich das eigentlich gleich haben könnte? So findet sich in der "Jagd nach dem Anwalt" nicht nur äußerliche Spannung, sondern auch angemessener philosophischer Tiefgang.

Vogtland Anzeiger 24.04.2011

 


Sherlock Holmes auf der Talsperre Pöhl

Am Samstag stach er wieder in See, der "Kahn der fröhlichen Detektive". Die Passagiere der "Plauen" wurden auf der ersten Themenfahrt des Jahres, dem Krimidampfer, von Steffen Mohr köstlich unterhalten. Möschwitz - Der Leipziger Schriftsteller las aus seinem neuesten Buch "Rätsel-Krimi - Ein Kommissar für jede Jahreszeit". Mohr schreibt mit Witz über die Fälle des Kommissars Gustav Merks. "Humor und Spannung gehören zusammen", erzählt Mohr. Der im klassischen Sherlock-Holmes-Outfit gekleidete Mittfünfziger schreibt seit Jahren Krimis. Die im Buch beschriebenen Fälle erscheinen wöchentlich in einer Auflage von 250.000 Stück in verschiedenen Tageszeitungen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sindelfingen und Böblingen sowie im Raum Leipzig-Altenburg. Im vergangenen Jahr erschien das erste Buch zu den Fällen des Kommissars Merks und war auf Anhieb ein Renner. Jetzt hofft Steffen Mohr auf den gleichen Erfolg.

Die Lesung auf dem Krimidampfer lockerte der Autor durch selbstgesungene Lieder auf. Da stellt sich die Frage, singender Krimiautor oder kriminalisierender Liedermacher. Beide Bereiche beherrscht Mohr. Er liest und singt überall, wo er eingeladen ist. "Das können private aber auch betriebliche oder Vereinsfeiern sein", erzählte er Und versprach Spannung und Humor bei seinen Veranstaltungen. "Die Gäste der Lesung auf der Pohl bekamen einen Zettel ausgehändigt. Sie sollten Fragen zu den gelesenen Fällen beantworten und konnten sich bis zum Hauptkommissar qualifizieren. Der Zweckverband Talsperre Pohl und die Organisatorin Petra Steps hatten ebenfalls kleine Preise gesponsert. Mit "Mörderblut" und "Feuriger Gulaschsuppe mit Mörderbohnen" sorgten Ivonne Kohrad und ihre Mitarbeiterinnen vom Catering Pohl für das leibliche Wohl. Hinter den mörderischen Genüsslichkeiten verbargen sich roter Sekt und eine gut gewürzte Suppe.

Vogtland Anzeiger 19.04.2011 (Text: Gabi Kertscher)

 


 

 

Schreibender Apotheker lässt Tränen fließen

Mordsspaß zur zweiten Veranstaltung der Vogtländischen Krimitage: Christoph Krumbiegel hat im Treuener Schloss drei Kurzgeschichten gelesen. Treuen - "Vogtländisch kriminell" und unheimlich eng ging es am zweiten "Tatort" der Krimitage zu. Die Organisatoren hatten es geschafft, Apotheker und Freizeit-Autor Christoph Krumbiegel für einen Auftritt im schummrigen Kellergewölbe zu gewinnen. "Er liest überall, nur bei uns nicht", klagte Hauptorganisatorin Petra Steps vom Förderverein Schloss Netzschkau. Jetzt sei die Zeit reif. Das findet auch Krumbiegel und hatte Rezepte für einen (freuden-) tränenreichen Abend dabei: drei Kurzkrimis, oft bizarr, immer heiter, angerührt mit richtig viel Regionalkolorit. An seiner Seite Bettina John, mit der Krumbiegel mehrere gemeinsam bestrittene Lesungen verbinden.

Mit "Hand und Fuß" hatte Krumbiegel einen zahmen Einstieg ausgesucht. In der Ich-Form erzählte, entdeckte die handelnde Person urplötzlich Seltsames an sich selbst: Ein Zeh fehlt. Was folgt, ist eine Odyssee durch Facharztpraxen. Das Ende vom Lied? Fehler in der Eigenwahrnehmung! Anders gesagt: Es ist noch alles dran. Wirklich kriminell, ja ausgesprochen blutrünstig ging’s im nächsten Geschichtchen zu, das Krumbiegel "Kein Totes Meer" genannt und an die Talsperre Pöhl verortet hat. Im Feierabend-Freundeskreis werden der Reihe nach "unangenehme Wahrheite" gebeichtet. Die beziehen sich auf mal mehr, mal weniger absichtlich um die Ecke beförderte und im Gewässer versenkte Zeitgenossen. Kopfzerbrechen bereitet indes der kontinuierlich abnehmende Wasserstand...

Zu guter Letzt wurden "Alte Herren" vorgestellt. In dem gleichnamigen Werk regiert allerdings "König Fußball". Und die Angst vorm Absturz in den Tabellenkeller. Um den zu verhindern, lässt Krumbiegel seine Hauptakteure die gegnerischen Mannschaften auf unterschiedliche Weise außer Gefecht setzen. Nach einem misslungenen Schachmatt-Versuch wird die Niederlage mordsmäßig gerächt. Den Schlusspunkt setzt Lyrisches: "Mein Vogtland. Eine Gebrauchsanweisung für die Heimat." In dieser Heimat habe er gerne seine Wurzeln, versichert der 38-jährige Treuener und mehrfache Träger des Vogtländischen Literaturpreises.

Unter die Autoren ist Christoph Krumbiegel im Laufe der 1990er Jahre gegangen. Des Ausgleichs wegen, sagt er. Bei Kriminalgeschichten kommt für ihn nur eine "Bauart" in Frage. "Sie müssen trotz allem eine heitere Seite haben und unterhaltsam sein." In den bisher erschienen vier Bänden des Krimitage-Begleitbuches "Mordssachsen" ist jeweils eine enthalten. Am nächsten Werk wird bereits gearbeitet.

Service:
Die nächsten Krimitage-Termine : Die Veranstaltung auf der Talsperre Pöhl am Samstag ist bereits ausverkauft. Für den "Literarischen Mittwoch" am 20. April, 19.30 Uhr in der Vogtländischen Buchhandlung Reichenbach gibt es noch Karten an der Abendkasse.

Freie Presse 11.04.2011 (Text: Sylvia Dienel)

 


 

Krimitage: Moderne Märchen

Die Vogtländischen Krimitage haben in Lengenfeld begonnen. Unter dem Titel "Märchenhaft kriminell" las der Kölner Autor Andreas Izquierdo aus der von ihm gemeinsam mit Angela Eßer herausgegebenen Anthologie "Die Märchenmörder".

LENGENFELD - Die Kurzkrimis von Autor Andreas Izquierdo basieren auf Handlungen in bekannten Märchen, sind jedoch völlig anders und vor allem zeitgenössischer als ihre Vorbilder ausgeführt: Die Bremer Stadtmusikanten machen sich zum Beispiel zu einem Casting bei "Pieter Dohlen", Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind offenbar beabsichtigt, auf, während Aschenputtel als Kaminfeger stiehlt, was das Zeug hält. Die Schneekönigin betreibt gar eine Drogenlabor, in dem Schnee und Eis durch das synthetische Rauschgift Crystal ersetzt werden. Passend dazu erklang Musik: Matthias Behrsing (Piano) und Matthias Brand (Schlagzeug) von der Bar-Band "Bukowski waits for you" waren eine exzellente Begleitung für Sänger Mario Ecard, der kurzfristig für den erkrankten Michael Kiessling eingesprungen war. Mit schmachtender Stimme sang er passend zur kriminellen Ausrichtung der Literaturr-Veranstaltung den Mackie-Messer-Song aus Bert Brechts "Dreigroschenoper" und andere bekannte Titel in einer ungewohnt swingenden Variante. Er überzeugte damit auch die Gäste, die vor allem wegen der angekündigten Musik gekommen waren.

Zur literarisch-musikalischen Kost gab es ein Drei-Gänge-Menü aus der Küche des "Lengenfelder Hofes", bei dem die Gaumen mit Tomatensuppe mit Zimt und Garnelen über Hähnchenbrust auf Kolonialsauce bis zum Irish-Cream-Parfait mit Erdbeeren verwöhnt wurden. Das Restaurant war liebevoll mit Märchenfiguren und -büchem dekoriert, wobei vor allem die lebensgroßen Bremer Stadtmusikanten, Aschenputtel und die Schneekönigin ins Auge auffielen. "Ihr habt wieder ein tolles Programm auf die Beine gestellt", meinte Simone Schneider aus Lengenfeld, die seit der ersten Kriminacht 2006 im Schloss Netzschkau zu den Stammgästen der Veranstaltungsrehe gehört.

Andreas Izquierdo, der auch Sprecher des Fördervereins für deutschsprachige Kriminalliteratur Syndikat ist, meinte begeistert von den vom Förderverein Schloss Netzschkau organisierten Krimitagen: "Ich wünsche mir, dass alle Krimitage so toll und liebevoll wie hier organisiert sind und die Autoren immer ein so aufmerksames Publikum haben", erklärte er.

Heinz Rudolf Kunze

Ein später Gast: Rockbarde Heinz Rudolf Kunze übernachtete nach seinem Konzert in Wernesgrün im "Lengenfelder Hof". Dort plauderten er und die Akteure der Krimitage entspannt am Tresen.

Freie Presse 04.04.2011

 


 

 

Märchenhafter Auftakt für ein Krimispektakel

18 Veranstaltungen an teils skurrilen Orten und eine bemerkenswerte Mischung von Autoren – all das bieten ab 2. April die Vogtländischen Krirnitage.

LENGENFELD/NETZSCHKAU - "Märchenhaft kriminell" geht es zum Auftakt der Vogtländischen Krimitage am 2. April im Hotel Lengenfelder Hof zu. Dort erwartet die Gäste eine besonderen Veranstaltung, eine märchenhafte Lesung mit märchenhafter Musik und einem märchenhaften Menü. Der mehrfach preisgekrönte Autor Andreas Izquierdo liest drei Kurzkrimis aus der Antho-logie "Die Märchenmörder".

Der Wahl-Kölner, Sohn eines deutschen Ingenieurs und einer spanischen Krankenschwester, hat sich in der Buch- und Fernsehszene einen Namen durch zahlreiche Veröffentlichungen und Drehbücher gemacht Er schreibt Krimis, Fantasy, Reise- und historische Romane, Kurzgeschichten sowie diverse Sitcom-, Serien-, und Spielfilmbücher für WDR ZDF, SAT1 und RTL. Im vergangenen Jahr hat er den viel beachteten Fantasy-Thriller "Apocalysia" herausgebracht, der gute Kritiken erhielt. Das Buch wurde mit dem Lovelybooks-Leserpreis in Silber für die besten Bücher 2010 in der Sparte Fantasy ausgezeichnet und Buch des Jahres bei www.vorablesen.de. Für seinen "König von Albanien" bekam der Autor den Sir-Walter-Scott-Preis für den Besten historischen Roman 2008. In mehreren Anthologien finden sich Kurzkrimis, von denen einer für den Agatha-Christie-Preis nominiert war. Der 42-Jährige ist Sprecher der Autorengruppen deutschsprachiger Krimiautoren "Syndikat". Gemeinsam mit Sprecherin Angela Eßer hat Andreas Izquierdo 2010 die Anthologie "Die Märchenmörder" herausgegeben, in der bekannte Autoren der Krimiszene wie Frank Schätzing, Ralf Kramp oder Ingrid Noll mit Märchenkurzkrimis vertreten sind. Mit "Bukowski waits for you" spielt eine Band aus Berlin erstmals im Vogtland ihre Barmusik. Michael Kiessling gilt als charismatischer Sänger, der mit seiner Interpretation bekannter Titel wie dem von Udo Lindenberg gesungenen "Säufermond" für Gänsehaut sorgt. Er wird von Matthias Bersing (Piano) und Matthias Brand (Schlagzeug) begleitet. "Diese Sauf- und Liebesgeschichten enthalten mehr Zärtlichkeit, als alle glanzpolierten Liebesfilme zusammen", war in der Mainzer "Rhein-Zeitung" zu lesen. Dreh- und Angelpunkt der Krimitage ist das Schloss Netzschkau. Die 18 Veranstaltungen der Krimitage bieten Vielfalt auch an anderen Veranstaltungsorten. So geht es beispielsweise in Plauen unter Tage und im Fahrgastschiff auf die Talsperre Pohl. Sogar ein vogtländisches Wohnzimmer ist Ort einer Lesung, doch welches, das weiß bislang noch niemand.

Service
Karten im Vorverkauf gibt es unter 037606 8770
im Lengenfelder Hof oder unter krimitage-vogtland.de

Freie Presse 24.03.2011

 


 

Vogtländische Krimitage

Mordsmäßige Lesungen in knisternder Atmosphäre

Netschkau/Lengenfeld. Grusel-Lesungen werfen ihre dunklen Schatten voraus. Zu den Vogtländischen Krimi-Tagen passieren wieder unglaubliche Dinge. Vom 2. April bis 19. Juni herrscht bei den Lesungen Mord und Totschlag. Die kriminelle Energie entlädt sich in Schlösser, Wirtshäuser und an Deck der Pöhler Süßwasserflotte. In knisternder Atmosphäre können die Krimi-Fans rätseln, wer die Bösewichter sind. Den mordsmäßigen Auftakt gibt's im Lengen-felder Hof (2. April 19 Uhr). Der Kölner Buchautor und Syndikats- Sprecher Andreas Izquierdo macht an diesem Abend mit derBar-Band "Bukowski waits for you" gemeinsame Sache. Chef-Kriminologe Volker Steps vom Förderverein Schloss Netzschkau wies im Vorfeld der Veranstaltungsreihe auf neue Tatorte hin. Erstmals führt die Spur in die Vogtland Kartonagen an der Reichenbacher Buchenstraße. Dort geht's am Muttertag (11.30 Uhr) rockig kriminell zu. Eine hoffentlich spannende Premiere erleben die Krimi-Fans am 13. Mai in den Umspannwerken der Neuberinstadt. Tessa Kober beleuchtet (19.30 Uhr) die Abgründe von Männem und Frauen. Die Rodewischer Autorin Maren Schwarz kommt sogar auf Hausbesuch zur Wohnzimmer-Lesung. Wer also Lust auf Verbrecherjagd in den eigenen vier Wänden hat, kann sich unter der Rufnummer 03765 305199 melden. Stichtag für die Bewerbung ist der in 30. April. Ab 9. April öffnet die Sonderausstellung zu Krimi-Legende Agatha Christie im Schloss Netzschkau. Dort erfahren neugierige Spürnasen vieles über so manche tödliche Dosis aus dem Giftschrank.

Blick 20.03.2011

 


 

Amtsgericht als Krimistube

Am 19. Mai erfolgt spannende Krimilesung mit ehemaligem "Kriminaler"

Auerbach. Die Vogtländischen Krimitage machen auch in diesem Jahr wieder Station im Amtsgericht Auerbach. Am Donnerstag, dem 19. Mai, um 18 Uhr wird es spannend im Gericht.

Diesmal geht es nicht um erfundene Geschichten. "Denn nichts ist spannender als die Wahrheit und die wirklichen Taten", wie die Direktorin des Amtsgerichts, Inge Bahlmann betont. Zum diesjährigen Krimiabend ist Kriminaloberrat a.D. Klaus Dalski eingeladen. Er klärte lange Jahre schwere Verbrechen in Thüringen auf und hat sich dabei u.a. auch mit der Psychologie der Verbrecher befasst. Kopfzerbrechen bereitete ihm al-lerdings der Mord an einer 22-jährigen Krankenschwester, deren Mörder nie ausfindig gemacht werden konnte. Über diese und andere spannende Kriminalfälle wird Klaus Dalski sachverständig und auch wortwitzig erzählen. Der Zuhörer wird an die Orte der Verbrechen geführt, er nimmt an Vernehmungen teil und wird mit Aussagen von Zeugen und Tätern konfrontiert. 33 seiner Fälle hat Klaus Dalski in dem mittlerweile in 2. Auflage erschienenen Buch "Der Kopf in der Ilm" zusammengetragen. Der Eintritt zum Krimiabend ist frei, jedoch ist eine vorherige Platzreservierung unter der Telefonnummer 0 37 44/ 83 93 01 oder -02 notwendig.

Wochenspiegel 19.03.2011

 


Krimi-Lesungen in Fabrikanlagen

Autoren wie Harry Rowohlt und Susanne Schädlich kommen ins Vogtland.
20 Veranstaltungen bieten allein die Krimitage.

NETZSCHKAU - Der Bücherfrühling im Vogtland verspricht so heiß zu werden wie noch nie zuvor. Ausgehend von der Leipziger Buchmesse und dem 20-jährigen Bestehen des Lesefestes "Leipzig liest" lesen auch bekannte und weniger bekannte Autoren in Orten des Vogtlandes, während hiesige Autoren mit Lesungen außerhalb auftreten.

Rund 20 Veranstaltungen bieten allein die Vogtländischen Krimitage vom 2. April bis 19. Juni. Die Lesereihe bleibt auch diesmal ihrem Motto "Einzigartige Veranstaltungen an besonderen Orten" treu. "Wir haben bewährte Veranstaltungsorte mit neuen Plätzen kombiniert und bieten den Schloss- und Krimifreunden wieder ein abwechslungsreiches Programm", sagt Volker Steps, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Netzschkau, der seit fünf Jahren die beliebte Literaturveranstaltung im Vogtland anbietet. Zu den neuen "Tatorten" gehören eine Kartonagen-Fabrik in Reichenbach, eine Klinik in Falkenstein, das historische Umspannwerk in Reichenbach oder das Bürgerhaus Unterwürschnitz direkt am Vogtländischen Knollensteig. Auch Greiz ist diesmal dabei. In den vogtländischen Bücherfrühling fällt auch die Festwoche zum zehnten Geburtstag der Jürgen-Fuchs-Bibliothek in Reichenbach.

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse erschien "Westwärts soweit es nur geht" von Susanne Schädlich, Tochter des in Reichenbach geborenen Schriftstellers Hans-Joachim Schädlich. Als Höhepunkt ist am 16. Juni in der neuen Vogtlandhalle Greiz ein Lese- und Gesprächsabend mit Harry Rowohlt geplant. Den Abschluss des Bücherfrühlings bildet die 6. Kriminacht im Schloss Netzschkau, zu der sechs Autoren erwartet werden. Den Organisatoren gelang eine bemerkenswerte Kombination. Mit Raimund H. Drommel kommt ein namhafter Sprachprofiler erstmals ins Vogtland. Der in Reichenbach geborene Politiker Sven Dietrich wird seinen zweiten Krimi vorstellen. Mit dabei auch Lukas Erler, dessen Debüt-Krimi "Ölspur" für den bedeutenden deutschen Krimi-Preis "Glauser" nominiert ist. »www.vobuch.de » www.krimitage-vogtland.de

Freie Presse 17.03.2011

 


 
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